Aleksandar Vucic | Bildquelle: AP

Präsidentenwahl in Serbien Vucic klarer Favorit

Stand: 02.04.2017 09:42 Uhr

Serbien wählt einen neuen Präsidenten. Umfragen zufolge liegt Regierungschef Vucic in Führung. Die Opposition hat nur eine Chance: Wenn Vucic die Fünfzig-Prozent-Marke verfehlt, gibt es eine Stichwahl.

Von Ralf Borchard, ARD-Studio Wien

Klarer Favorit bei der Präsidentenwahl ist der jetzige Regierungschef Aleksandar Vucic. Nach der jüngsten Umfrage, die vor vier Tagen veröffentlicht wurde, liegt Vucic mit mehr als 56 Prozent der Stimmen uneinholbar vorn. Vucic war zur Zeit der Balkankriege Ultranationalist. Er hat sich später zum EU-Befürworter gewandelt und will sich auch nach seinem angestrebten Wechsel ins Präsidentenamt für die weitere Annäherung Serbiens an die Europäische Union einsetzen.

Vucic nach Umfragen Favorit bei Präsidentenwahl Serbien
tagesschau 20:00 Uhr, 02.04.2017, Darko Jakovljevic, ARD Belgrad

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Gleichzeitig hat Vucic zuletzt aber auch die Kontakte zu Russland wieder verstärkt. Im Wahlkampf hat Vucic betont: "Wir sagen: Ja, wir wollen in die EU, das ist unser strategisches Ziel. Aber wir fallen auch nicht unseren traditionellen russischen Freunden in den Rücken, wir sind das einzige europäische Land, dass keine Sanktionen gegen Russland verhängt hat und sie auch nicht verhängen wird."

Rückenwind für den proeuropäischen Kurs in Serbien: Ministerpräsident Aleksandar Vucic hat bei der vorgezogenen Parlamentswahl Prognosen zufolge einen deutlichen Sieg eingestrichen.
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Für ihn stehen die Zeichen auf Sieg: Regierungschef Vucic will Präsident werden und liegt laut Umfragen mit 56 Prozent uneinholbar vorn. Einzige Frage: Schafft er die absolute Mehrheit oder muss er in die Stichwahl?

Vucic gilt seit fünf Jahren als der uneingeschränkt starke Mann der serbischen Politik. Dass er nun - statt Regierungschef zu bleiben - ins Präsidentenamt wechseln will, hat vor allem strategische Gründe. Vucic wollte nicht das Risiko eingehen, dass ein potenzieller Konkurrent das höchste Staatsamt bekleidet. Es wird damit gerechnet, dass Vucic auch als Präsident alle Fäden in Serbien der Hand behält und einen treuen Gefolgsmann zum Regierungschef macht.

Zehn Gegenkandidaten

Die serbische Opposition ist zerstritten, gegen Vucic treten bei der Präsidentenwahl gleich zehn Kandidaten an. Unter ihnen schnitt in der jüngsten Umfrage ein Komiker mit 9,5 Prozent noch am besten ab - der 25-jährige Student Luka Maksimovic, Kunstname Beli, übersetzt "Der Weiße". Er hat im Wahlkampf mit satirischen Mitteln Korruption und Machtmissbrauch angeprangert. In einem Wahlwerbespot Belis hieß es: "Das Volk sucht einen Messias. Ich bin der Messias."

Weitere Kandidaten, die in der jüngsten Umfrage bei Werten um neun Prozent lagen, sind der frühere Außenminister Vuk Jeremic, der bisherige Ombudsmann der Regierung, Sasa Jankovic, und der Ultranationalist Vojislav Seselj.

Absolute Mehrheit oder Stichwahl?

Angesichts des klaren Umfragevorsprungs bleibt die einzige Frage, ob Vucic schon heute die absolute Mehrheit erreicht, oder ob es in zwei Wochen zu einer Stichwahl kommt. Dragan Janjic, Chefredakteur der serbischen Nachrichtenagentur Beta, sagt mit Blick auf den Komiker Beli:

"Beli könnte den Effekt erzielen, dass die Wahlbeteiligung steigt. Seine Art von Satire finden vor allem junge Leute gut, die sonst großenteils gar nicht zur Wahl gehen würden. Die meisten Experten sagen: Wenn von den 6,7 Millionen Wahlberechtigten mehr als vier Millionen tatsächlich abstimmen, wird eine Stichwahl wahrscheinlich. Diesen Effekt könnte Beli haben."

Die Wahllokale in Serbien schließen um 20 Uhr, erste Ergebnisse werden am späteren Abend erwartet.

Präsidentenwahl in Serbien
R. Borchard, ARD Wien
02.04.2017 01:43 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 02. April 2017 um 06:03 Uhr

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