Irans Außenminister Sarif

Atomabkommen Iran kritisiert neue US-Sanktionen

Stand: 19.07.2017 04:49 Uhr

Der Iran hat mit scharfer Kritik auf die neuen US-Sanktionen reagiert. Denn Washington attestiert dem Iran zwar, das Atomabkommen einzuhalten - hatte aber dennoch wegen "anhaltender Bedrohungen" neue Sanktionen verhängt.

Der Außenminister des Iran hat die neuen Sanktionen der USA gegen das Land kritisiert und eigene Strafmaßnahmen gegen amerikanische Bürger angekündigt. Die Trump-Regierung vergifte damit die internationale Atmosphäre, sagte Mohammed Dschawad Sarif in New York. Die internationale Gemeinschaft werde sich weiterhin mit dem Iran auseinandersetzen, ohne "viel Aufmerksamkeit für dieses Theater", so Sarif.

Die US-Regierung hatte zuvor neue Sanktionen gegen 18 Einzelpersonen und Gruppen im Iran verhängt. Dabei ging es unter anderem um Unterstützung bei der Entwicklung ballistischer Raketen, wie das Finanzministerium erklärte. Die neuen Sanktionen seien illegal, sagte der iranische Außenminister mehreren Journalisten bei den Vereinten Nationen in New York. Es werde geprüft, ob die Sanktionen auch formell die Vereinbarung verletzten. Dieses Verhalten sei zu einer schlechten Angewohnheit der US-Regierung geworden, sagte Sarif.

Trumps Kehrtwende

Atomkraftwerk Bushehr im Iran
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Das Atomkraftwerk Bushehr war Gegenstand des Atomstreits.

Die US-Regierung hatte am Montag erklärt, zwar erfülle der Iran die Bedingungen des internationalen Atomabkommens. US-Präsident Donald Trump wolle deshalb anders als angekündigt vorerst an dem Abkommen festhalten. Allerdings verletze die Islamische Republik den Geist des Vertrags. Damit vollzieht Trump eine Kehrtwende in seiner Außenpolitik: Im Wahlkampf hatte er mehrfach erklärt, er werde das unter seinem Vorgänger Barack Obama ausgehandelte Abkommen "zerreißen".

Die fünf UN-Vetomächte und Deutschland hatten das Atomabkommen mit dem Iran im Juli 2015 geschlossen. Es verpflichtet Teheran, seine Urananreicherung drastisch zurückzufahren und verschärfte internationale Kontrollen zuzulassen. Im Gegenzug sollen die gegen das Land verhängten Strafmaßnahmen schrittweise aufgehoben werden. Seit das Abkommen am 16. Januar 2016 in Kraft trat, muss die US-Regierung alle 90 Tage den Vertrag vor dem Kongress bestätigen. Dabei geht es unter anderem um die Frage, ob der Iran seine Urananreicherung tatsächlich zurückfährt.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 18. Juli 2017 um 22:15 Uhr.

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