Ein weiß-blaues türkisches Polizeiauto | Bildquelle: REUTERS

Nach Anschlag in Ankara Türkei nimmt prokurdische Anwälte fest

Stand: 16.03.2016 16:53 Uhr

Seit dem Anschlag in Ankara mit 37 Toten geht die türkische Polizei noch massiver gegen die Kurdische Arbeiterpartei (PKK) vor. Bei Razzien gegen die PKK wurden mindestens 47 Menschen festgenommen. Darunter sind offenbar acht prokurdische Anwälte.

Drei Tage nach einem Selbstmordanschlag in Ankara, bei dem 37 Menschen getötet wurden, hat die türkische Polizei Razzien gegen die Kurdische Arbeiterpartei in Istanbul durchgeführt. Mindestens 47 Menschen wurden festgenommen. Darunter sind offenbar mehrere prokurdische Rechtsanwälte. "Acht unserer Kollegen sind heute Morgen ohne jedweden Beweggrund von der Polizei festgenommen worden", teilte der türkische Anwaltsverband OHO auf Twitter mit. Der Verband hatte beim türkischen Verfassungsgericht gegen die Militäroffensive gegen die PKK in Anatolien geklagt.

Nach dem Anschlag weiteten die Sicherheitskräfte ihre Aktionen gegen die PKK auf Regionen im Südosten des Landes aus. Dabei setzt das Militär Hubschrauber, Panzer und gepanzerte Fahrzeuge ein.

Erdogan: "Terroristische Verbrechen" breiter definieren

Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte gefordert, "terroristische Verbrechen" in der Türkei breiter zu definieren. Auch Anwälte, Akademiker, Schriftsteller, Journalisten und Aktivisten könnten Terroristen sein, "wenn sie ihre Position oder ihren Stift zur Unterstützung des Terrorismus nutzen". Erst am Dienstag waren drei Akademiker wegen des Vorwurfs der "terroristischen Propaganda" festgenommen worden. Sie hatten eine Petition unterzeichnet, in der die Gewalt des Militärs beim Einsatz gegen kurdische Rebellen verurteilt wird.

Bislang hat niemand die Verantwortung für das Attentat übernommen. Das türkische Innenministerium verdächtigt die PKK und erklärte, unter den beiden Selbstmordattentätern sei auch eine Frau gewesen.

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