US-Präsident Donald Trump | Bildquelle: AP

Twitter passt Nutzungsbedingungen an Trumps Drohungen werden nicht gelöscht

Stand: 26.09.2017 11:56 Uhr

Am Wochenende drohte Trump via Twitter Nordkorea zu zerstören. In der Folge wurde der Nachrichtendienst dafür kritisiert, derartige aggressive Tweets nicht zu löschen. Denn eigentlich dürfen Tweets weder Gewalt zeigen noch verherrlichen. Nun hat Twitter reagiert.

Nachdem aggressive Tweets von US-Präsident Donald Trump in Richtung Nordkorea Twitter den Vorwurf einer Sonderbehandlung einbrachten, will der Nachrichtendienst seine Nutzungsregeln anpassen. Trump hatte am Wochenende getwittert, Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un und seine Regierung könnten "nicht mehr lange hier sein". Der Tweet wurde mehr als 132.000 Mal gelikt.

Donald J. Trump @realDonaldTrump
Just heard Foreign Minister of North Korea speak at U.N. If he echoes thoughts of Little Rocket Man, they won't be around much longer!

Nordkorea bezeichnete dies als "Kriegserklärung", diverse Twitter-Nutzer kritisierten, dass Trumps Botschaft als eindeutige Drohung gegen Nutzungsbedingungen des Dienstes verstoße. In denen steht unter anderem, dass "gewalttätige Drohungen oder Aufforderungen zur Gewalt gegen andere untersagt sind."

Ein Tweet mit "Nachrichtenwert"

Twitter kündigte nun an, dass die bisherige interne Praxis, bei Entscheidungen zum Löschen von Tweets auch "Nachrichtenwert" und "öffentliches Interesse" abzuwägen, in den Nutzungsbedingungen festgeschrieben werden soll. Damit will Kurznachrichtendienst in dieser Hinsicht transparenter werden.

Twitter-Chef Jack Dorsey hatte bereits vor zwei Wochen in einem dpa-Interview gesagt, für Trump gälten zwar die gleichen Regeln und der Dienst würde nicht davor zurückschrecken, den Präsidenten zu sperren. Er schränkte aber auch ein: "Wir hinterfragen zugleich in Zusammenarbeit mit Journalisten unsere Nutzungsbedingungen, wenn es um Tweets mit Nachrichtenwert geht."

Eine grundsätzliche Änderung der Nutzungsbedingungen könnte bedeuten, dass Twitter mehr Inhalte mit Drohungen oder Gewaltdarstellung auf der Plattform stehen lassen müsste, wenn sie eine öffentliche Resonanz erzeugen. Facebook macht bereits seit längerem eine Ausnahme für Inhalte, die Gewalt zeigen, wenn Beiträge zeitgeschichtlich relevant sind.

Über dieses Thema berichtete radioeins rbb am 27. September 2017 um 10:40 Uhr.

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