Trump und der pensionierte Vier-Sterne-General John Kelly. Er soll Heimatschutzminister werden. | Bildquelle: AP

Trump beruft John Kelly Ex-General soll Heimatschutz übernehmen

Stand: 12.12.2016 20:32 Uhr

Noch ein Ex-General in Trumps Truppe: John Kelly soll das Heimatschutzministerium leiten, das für zentrale Projekte der Trump-Regierung zuständig werden dürfte. Kelly, der rund 45 Jahre bei der Marineinfanterie diente, gilt als Hardliner.

Ein ehemaliger Vier-Sterne-General soll neuer Heimatschutzminister werden. Der designierte US-Präsident Donald Trump plant dafür mit dem 66-jährigen John Kelly. Er diente rund 45 Jahre bei der Marineinfanterie und legte erst Anfang dieses Jahres die Uniform ab.

Kelly gilt als Hardliner. Bei der Wahl im November habe das Volk dafür gestimmt, "den Terrorismus zu stoppen, die Souveränität an unseren Grenzen zurückzuholen und der politischen Korrektheit ein Ende zu bereiten, die zu lang unsere Vorgehensweise bei der nationalen Sicherheit diktiert hat", hieß es in einer Erklärung Kellys nach Bekanntgabe der Nominierung. Er tritt zum Beispiel für eine rigorose Absicherung der US-Außengrenzen ein.

Mammutbehörde für Mammutaufgaben

General John Kelly (Archiv) | Bildquelle: AP
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John Kelly (Archivbild) wird unter anderem für den Grenzschutz zuständig sein.

Als Leiter des Heimatschutzministeriums wird Kelly für die Umsetzung zentraler Vorhaben des Trump-Regierung verantwortlich sein. Das Ministerium mit ungefähr 240.000 Beschäftigten und 22 Unterbehörden ist unter anderem für die Bekämpfung des Terrorismus im Inland, die Sicherung der Grenzen und das Vorgehen gegen illegale Einwanderung zuständig.

Die von Trump angekündigte Abschiebung von Millionen von "Illegalen", die einen massiven Einsatz von Personal und Logistik erfordert, wird vom künftigen Heimatschutzminister zu steuern sein. Auch wird er für ein weiteres Lieblingsvorhaben des künftigen Präsidenten, den Mauerbau an der Grenze zu Mexiko, zuständig sein. Bei der "dringenden Aufgabe, die illegale Einwanderung zu stoppen und unsere Grenzen zu sichern", werde Kelly an der Spitze stehen, kündigte Trump an.

Trumps Mann für das Heimatschutzministerium ist bereits der dritte pensionierte General im Regierungsteam: Ex-General James Mattis soll Verteidigungsminister werden, den ehemaligen General Michael Flynn nominierte Trump als seinen Sicherheitsberater.

Nicht immer einer Meinung

Der aus Boston stammende Kelly kommandierte während der US-geführten Invasion im Irak im Jahr 2003 Truppen, die in heftige Kämpfe verwickelt waren. Kelly kehrte später noch zwei Mal zu Einsätzen in den Irak zurück. Der Ex-General ist allerdings nicht durchweg ein Hardliner. So hat er etwa - im scharfen Gegensatz zu Trumps anti-islamischen Tönen im Wahlkampf - für die Rechte religiöser Minderheiten plädiert. Die US-Soldaten "respektieren und kämpfen sogar für das Recht Deines Nachbarn, jeglichen Gott anzubeten", zitierte ihn die "Washington Post".

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