Kämpfer in Homs | Bildquelle: AFP

Krieg in Syrien Waffenruhe für Provinz Homs begonnen

Stand: 03.08.2017 20:46 Uhr

In der westlichen Provinz Homs hat eine Feuerpause zwischen Regierungstruppen und Rebellen begonnen. 147.000 Menschen sollen so vor Gefechten geschützt werden. Im Osten Syriens ruft derweil der IS Männer zu den Waffen.

In der syrischen Provinz Homs ist ein neuer Waffenstillstand in Kraft getreten, von dem etwa 150.000 Einwohner profitieren sollen. Die Feuerpause zwischen Regierungstruppen und Rebellen gilt nach russischen Angaben für 84 Ortschaften nördlich der Stadt Homs.

Es ist die dritte von vier sogenannten Deeskalationszonen in Syrien, auf die sich Russland, die Türkei und der Iran verständigt hatten. Die vier Zonen umfassen von Rebellen kontrollierte Gebiete in Ost-Ghuta, den Provinzen Idlib und Homs sowie im Süden des Landes. Die Feuerpause in der Region Ghuta bei Damaskus war bereits kurz nach der Verkündung Ende Juli gebrochen worden.

Nach russischen Angaben sollen "moderate Oppositionsgruppen und Einheiten der Regierungstruppen vollständig die Waffen niederlegen". Die mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida ursprünglich verbundene Gruppe Fateh-al-Scham-Front und die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) sind von der Vereinbarung ausgenommen.

IS macht mobil

Im Osten des Landes hat der IS zur Mobilmachung aufgerufen. Alle waffenfähigen Männer im Alter zwischen 20 und 30 Jahren sollten sich binnen einer Woche in Mobilmachungsbüros melden, hieß es in einer der Nachrichtenagentur AP vorliegenden Erklärung, die in der Provinz Dair as-Saur an der Grenze zum Irak verbreitet wurde. Wer der Aufforderung nicht nachkomme, werde befragt und gegebenenfalls bestraft.

Der IS hatte auf dem Höhepunkt seiner Macht große Teile Syriens und des Iraks beherrscht und dort ein Kalifat ausgerufen. Mittlerweile hat er große Gebiete verloren

Flüchtlings- und Gefangenenaustausch

An der syrisch-libanesischen Grenze ging unterdessen der Flüchtlings- und Gefangenenaustausch zwischen der libanesischen Schiitenmiliz Hisbollah und sunnitischen syrischen Rebellen weiter. Drei Busse mit syrischen Flüchtlingen und Kämpfern seien am Donnerstag aus dem Exil in der libanesischen Region Dschurud Arsal in ein von Rebellen kontrolliertes Gebiet nahe Hama zurückgekehrt, teilte die Syrische Beobachtungsstelle mit. Wie ein AFP-Korrespondent berichtete, ließen die syrischen Rebellen im Gegenzug zwei gefangene Hisbollah-Kämpfer frei.

Der Syrien-Konflikt hatte im Frühjahr 2011 mit zunächst friedlichen Protesten gegen Assad begonnen. Seit Beginn des bewaffneten Konflikts wurden Schätzungen zufolge mehr als 330.000 Menschen getötet und Millionen Syrer in die Flucht getrieben.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 03. August 2017 um 14:00 Uhr in den Nachrichten.

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