Polizisten hinter einer Absperrung in Stockholm. | Bildquelle: AP

Reaktionen auf Lkw-Angriff in Stockholm "Ein Anschlag auf uns alle"

Stand: 07.04.2017 19:19 Uhr

Geschockt haben EU, Bundesregierung und NATO auf den Angriff mit einem Lkw in Stockholm reagiert. Von einem "Anschlag auf uns alle" sprach EU-Kommissionschef Juncker. Ein Lkw war mitten in der schwedischen Hauptstadt in eine Menschenmenge gerast. Es gibt Tote und Verletzte.

Terroralarm in Stockholm: Auf einer zentralen Einkaufsstraße in der schwedischen Hauptstadt ist am Nachmittag ein Lastwagen in eine Menschenmenge und anschließend in ein Kaufhaus gerast. Mehrere Menschen wurden getötet, viele weitere verletzt. Schwedens Ministerpräsident Stefan Löfven sagte dem schwedischen Fernsehen: "Schweden ist angegriffen worden. Alles deutet auf eine Terrortat hin."

Schock, Trauer, Entsetzen

Geschockt und entsetzt reagierten Nachbarländer, EU, UN und NATO auf den Anschlag. Von einem "Anschlag auf uns alle" sprach EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und sicherte Schweden Solidarität zu. Der Anschlag habe sich gegen "unseren Lebensstil" gerichtet, fügte der EU-Kommissionspräsident hinzu. Seine Gedanken seien "bei dem schwedischen Volk".

Bundeskanzlerin Angela Merkel versicherte Verletzten, Angehörigen, Rettern und Polizisten ihr Mitgefühl. "Wir stehen zusammen gegen den Terror", erklärte Regierungssprecher Steffen Seibert im Kurznachrichtendienst Twitter. Bestürzt äußerte sich auch NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg. "Die Nachrichten, die aus Stockholm kommen, sind schrecklich", schrieb der ehemalige norwegische Regierungschef auf Twitter. Die NATO stehe an der Seite des trauernden schwedischen Volkes. Ähnlich äußerte sich UN-Chef António Guterres.

Steffen Seibert @RegSprecher
Unsere Gedanken gehen zu den Menschen in #Stockholm, zu Verletzten, Angehörigen, Rettern + Polizisten. Wir stehen zusammen gegen den Terror.

Auch aus Russland kam Mitgefühl. "In unserem Land kennen wir die Grausamkeiten des internationalen Terrorismus nicht nur vom Hörensagen", hieß es in einem Schreiben von Präsident Wladimir Putin an den schwedischen König. "In dieser schwierigen Stunde trauern die Russen gemeinsam mit dem schwedischen Volk."

Als Geste des Gedenkens nach dem Anschlag in Stockholm schaltet Paris die Beleuchtung des Eiffelturms ab. Das Wahrzeichen solle in der Nacht von Mitternacht an im Dunkeln liegen, teilte Bürgermeisterin Anne Hidalgo auf Twitter mit. Das Brandenburger Tor in Berlin wird hingegen nicht in den schwedischen Nationalfarben angestrahlt.

Unübersichtliche Lage in Stockholm

In Stockholm ist die Lage auch Stunden nach dem Anschlag unübersichtlich. Klar ist, dass gegen 15 Uhr ein Lastwagen auf einer belebten Einkaufsstraße mitten in Stockholm in eine Menschenmenge und anschließend in ein Kaufhaus raste ist. Der Lkw war kurz zuvor gestohlen worden.

Über die genaue Opferzahl in Stockholm gibt es unterschiedliche Angaben. In Medienberichten war von drei Toten und mehreren Verletzten die Rede. Reichspolizeichef Dan Eliasson sagte: "Es gibt so viele Aussagen, die kursieren, deshalb ist es besser zu warten", fügte er hinzu. Festnahmen gab es laut der Polizei bisher nicht, Täter oder mögliche Komplizen könnten also noch auf freiem Fuß sein. Die Polizei fahndete mit einem Foto nach einer Person. Die von einer Überwachungskamera in unmittelbarer Nähe des Tatortes am Kaufhaus "Ahlens" gefilmten Aufnahmen zeigen einen jüngeren Mann mit schwarzer Kapuze und olivgrüner Jacke.

Die Innenstadt ist weiträumig abgesperrt. Der U-Bahn-Verkehr wurde auf Anweisung der Polizei eingestellt und der Hauptbahnhof evakuiert. Auch der gesamte Zugverkehr von und zum Hauptbahnhof der schwedischen Metropole wurde für den Rest des Tages ausgesetzt.

Zu den Ereignissen in Stockholm sendet das Erste einen Brennpunkt direkt nach der tagesschau um 20.15 Uhr.

Mutmaßlicher Terroranschlag in Stockholm
N. Hansen, ARD Stockholm
07.04.2017 20:35 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 07. April 2017 um 20:00 Uhr.

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