Messe bei strömenden Regen | Bildquelle: AP

Papst-Besuch in Kenia Messe mitten in Matsch und Regen

Stand: 26.11.2015 17:03 Uhr

Sie scheuten weder die heftigen Niederschläge noch den schlammigen Boden: Zehntausende Menschen kamen in Nairobi zum ersten Gottesdienst von Papst Franziskus auf afrikanischem Boden.

Von Jan-Christoph Kitzler, zzt. Nairobi/Kenia

"Don’t be Afraid" - "Fürchte Dich nicht" singt der Chor – und alle, die auf den Campus der Universität von Nairobi gekommen sind, um mit Papst Franziskus Gottesdienst zu feiern, fürchten wenigstens schon mal den Regen nicht. Der Boden auf dem weitläufigen Gelände hat sich nach heftigen Regenfällen längst in Schlamm verwandelt.

Papstmesse in Nairobi. | Bildquelle: AFP
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Auch diese jungen Afrikanerinnen kamen zur Papstmesse im Dauerregen.

Fast alle haben ihre bunten Regenschirme ausgepackt – aber darunter stehen euphorische Menschen, "Das ist unglaublich, einfach stark! Wie ein Wunder, ein Traum wird wahr. Es regnet, es ist matschig, aber die Leute sind hier, sie kommen, um den Papst zu sehen. Ich bin sehr aufgeregt, ich weiß nicht, ob ich noch mal einen anderen Papst sehe, also ich bin einfach glücklich, hier zu sein," sagt die junge Journalistin Junis.  

Stolz sind sie in Kenia darauf, dass Papst Franziskus bei seiner ersten Reise nach Afrika überhaupt, zuerst hier in Nairobi Station macht. Dass er bescheiden auftritt und in einem Mittelklassewagen in der Stadt unterwegs ist, kommt auch hier gut an.

Papstmesse in Kenia mitten in Matsch und Regen | Bildquelle: AP
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Dass der Papst im Mittelklassewagen unterwegs ist, kommt auch in Kenia gut an.

Und es gibt auch die Hoffnung, dass dieser Papst den Finger in die Wunden legt. "Es bedeutet uns viel. Denn das ist das erste Mal, dass er nach Kenia kommt," meint der Lehrer Jogonna. "Wir erwarten auch, dass er über Korruption und die Sicherheitslage in Kenia spricht. "

"Gott Segne Euch, Gott segne Kenia." Auch wenn Franziskus den Großteil seiner Predigt auf Italienisch hält, trifft er den richtigen Ton. Zum Beispiel, wenn er an die Jugend appelliert, mitmenschlich zu sein und die Familie in Ehren zu halten. Und wenn er soziale Ungerechtigkeit zur Sprache bringt, die von vielen Menschen in Kenia als bitter empfunden wird: "Wir erleben, wie sich neue Wüsten ausbreiten – durch eine Kultur des Egoismus und der Gleichgültigkeit gegenüber unseren Mitmenschen."

Papst Franziskus zu Besuch in Nairobi
tagesthemen 22:15, 26.11.2015, Sabine Bohland, ARD Nairobi

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Papst steht für Hoffnung auf Veränderung – auch in Afrika

Dass die Worte des Papstes in Afrika wirken, zeigt sich auch an Kleinigkeiten. Ein paar der etwa 4000 Priester hatten Regenschirme mitgebracht, auf denen ein Franziskus-Zitat stand:"Wer bin ich, das zu verurteilen?“ Franziskus hatte den Satz auf eine Frage zum Umgang der katholischen Kirche mit Homosexuellen gesagt. Gerade auf der Bischofssynode vor wenigen Wochen in Rom hatte sich aber deutlich gezeigt, dass vor allem Vertreter der katholischen Kirche in Afrika mit dem Thema Homosexualität große Probleme haben - und jetzt brachten ein paar Priester diese Regenschirme mit.

So steht der Papst für die Hoffnung auf Veränderung – auch in Afrika. Und viele Menschen wollten diesen Mann der Hoffnung bei diesem Gottesdienst erleben."Sie kommen einfach von überall, jeder hat die Nachrichten verfolgt und jeder wollte kommen. Aus dem Norden, dem Süden, dem Westen - nur um hier zu sein," sagt Vanessa, eine Studentin aus Nairobi.

Papst feiert Messe vor begeisterten Gläubigen in Nairobi
J.-C. Kitzler, ARD Rom
26.11.2015 15:52 Uhr

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