Die Polizei gibt Details zum Amokschützen von Oregon heraus. | Bildquelle: REUTERS

Ermittlungen im US-Staat Oregon Amokläufer war schwer bewaffnet

Stand: 02.10.2015 22:11 Uhr

Der Amokläufer von Oregon ist bei seiner Tat schwer bewaffnet gewesen. Wie die Polizei mitteilte, hatte er sechs Waffen bei sich - zu Haus wurden weitere sieben entdeckt. Viel deutet darauf hin, dass die Tat am US-College von Roseburg religiös motiviert war.

US-College in Roseburg | Bildquelle: dpa
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Das US-College in Roseburg.

Einen Tag nach dem Amoklauf am College Roseburg im US-Bundesstaat Oregon werden immer mehr Details über den Hergang der Tat und den Schützen bekannt. Wie die für Waffen und Sprengstoff zuständige Behörde ATF mitteilte, hatte der 26-Jährige während der Tat sechs Waffen sowie eine schusssichere Weste bei sich. In seinem Appartment wurden außerdem weitere sieben Waffen gefunden. Alle Pistolen und Gewehre seien legal in den vergangenen drei Jahren erworben, hieß es auf einer Pressekonferenz.

Suche nach Hinweisen für das Motiv

Die Ermittler rätseln weiter über die möglichen Motive des Täters, der nach einem Schusswechsel mit der Polizei selbst ums Leben kam. Sie sucht derzeit nach Hinweisen im Wohnhaus des Täters. Die Schilderung einer Überlebenden der Attacke im Umpqua Community College deuteten darauf hin, dass religiöse Gründe ihn dazu bewogen haben könnten, neun Menschen zu töten.

Die Studienanfängerin Kortney Moore sagte, sie habe gerade in einer Literaturvorlesung gesessen, als eine Kugel durchs Fenster den Lehrer in den Kopf getroffen habe. Dann sei der Schütze ins Klassenzimmer gekommen und habe die Schüler aufgefordert, sich auf den Boden zu legen, sagte Moore der Zeitung "Roseburg News-Review." Er habe sie daraufhin aufgefordert, aufzustehen und ihre Religion zu nennen. Dann habe er geschossen, schilderte Moore.

Interesse an IRA

In Profilen sozialer Netzwerke beschreibt sich der Täter als "nicht religiös, aber spirituell" und zeigt Interesse an der bewaffneten irischen Untergrundorganisation IRA. "Weil Du ein Christ bist, wirst Du Gott in wenigen Sekunden gegenüberstehen", sagte der Schütze laut Stacy Boylan, der dem Sender CNN den Augenzeugenbericht seiner Tochter wiedergab. "Ich habe seit Jahren darauf gewartet, das hier zu tun", sagte er demnach, bevor er einen Professor im Unterrichtsraum niederstreckte. Im veralteten Profil einer Website zur Partnersuche bezeichnet er sich laut "New York Times" als "introvertierten" Menschen, der eine Abneigung gegen "organisierte Religion" hat.

Die Armee teilte mit, der 26-Jährige habe 2008 die militärische Grundausbildung nicht bestanden.
Er habe Anfang November jenen Jahres in Ft. Jackson in South Carolina den Kurs begonnen, sei aber am 11. Dezember 2008 entlassen worden, weil er die Mindesstandards nicht erfüllt habe.

Nach einem Bericht des "Oregonian" beendete er 2009 die Ausbildung an einer kalifornischen Privatschule für Kinder mit speziellen Bedürfnissen wie Lernschwierigkeiten, Autismus oder Gesundheitsproblemen. Mehrere Zeitungen nannten Hinweise, dass der Schütze geistige Probleme gehabt haben könnte.

Obama fordert erneut schärfere Waffengesetze
tagesschau 12:00 Uhr, 02.10.2015, Ulrich Adrian, WDR

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Obama frustriert

US-Präsident Barack Obama, der sich bisher vergeblich für schärfere Waffengesetze ausgesprochen hatte, äußerte sich zutiefst betroffen. Frustriert stellte er fest, dass die Reaktion auf derartige Schießereien Routine geworden sei. Die USA stumpften ab. Er machte sich einmal mehr für strengere Waffengesetze stark.

Korrespondentin

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