Japanische Medien berichten von einem möglichen Atomtest Nordkoreas | Bildquelle: dpa

Ungewöhnliche Erderschütterung Offenbar neuer Atomtest Nordkoreas

Stand: 03.09.2017 08:32 Uhr

Nordkorea hat offenbar zum sechsten Mal einen Atomtest durchgeführt. "Wir bestätigen, dass Nordkorea einen Atomwaffentest ausgeführt hat", sagte Japans Außenminister Taro. Auch die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhab geht von einem neuen Atomtest des abgeschotteten Landes aus.

Nordkorea hat nach Erkenntnissen der japanischen Regierung tatsächlich einen Atomtest durchgeführt. "Wir bestätigen, dass Nordkorea einen Atomwaffentest ausgeführt hat", sagte Japans Außenminister Taro Kono in Tokio. Erdbebenwarten in den USA, Südkorea und Japan hatten zuvor ungewöhnliche Stoßwellen registriert, die von einer Atomexplosion herrühren könnten.

Das japanische Verteidigungsministerium teilte mit, mindestens drei Militärjets seien für Tests nach Radioaktivität aufgebrochen. Die Regierung berief den nationalen Sicherheitsrat ein. Ministerpräsident Shinzo Abe sprach von einem inakzeptablen Schritt. Das US-Außenministerium reagierte zunächst nicht.

Eine Karte mit Nord- und Südkorea.
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Auch südkoreansiche Medien gehen von einem Atomtest aus. Es wäre der sechste Test Nordkoreas seit 2006.

Auch die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap hatte zuvor unter Berufung auf das Präsidialamt gemeldet, es könne sich um einen Atomtest handeln. Epizentrum des Bebens sei der Bezirk Kilju gewesen, wo das Atomtestgelände liegt, hieß es unter Berufung auf Behörden. Die Regierung in Seoul habe eine Sitzung des Nationalen Sicherheitsrats angesetzt. Das südkoreanische Militär erklärte, das Beben sei vermutlich von Menschen ausgelöst worden.

Zwei Beben registriert

Die chinesische Erdbebenwarte hatte von zwei Beben im Nordosten des abgeschotteten Landes berichtet. Die US-Erdbebenwarte USGS gab die Stärke des ersten Bebens mit 6,3 in einer Tiefe von zehn Kilometern an. Die geringe Tiefe deutet ebenfalls auf einen Atomtest hin. Die zweite Erschütterung hatte laut Yonhab eine Stärke von 4,6. Das erste Beben bezeichnete die chinesische Erdbebenwarte als "mutmaßliche Explosion", das zweite acht Minuten später als "Einsturz".

Nordkoreas Staatsmedien kündigten für 08.30 Uhr (MESZ) eine "wichtige Erklärung" an. Nähere Einzelheiten wurden nicht genannt.

Konflikt dürfte sich weiter verschärfen

Die Vorfälle dürften den Konflikt auf der koreanischen Halbinsel weiter verschärfen. Nordkorea hatte am Dienstag eine Mittelstreckenrakete abgeschossen, die über Japan flog und nördlich der Region Hokkaido im Pazifik landete. US-Präsident Donald Trump bezeichnete das abgeschottete Land daraufhin als zunehmende Bedrohung für die Welt. Resolutionen des UN-Sicherheitsrats verbieten Nordkorea den Bau von Atomwaffen und Raketen.

Nordkorea hat seit 2006 fünf Atomwaffentests vorgenommen, davon zwei im vergangenen Jahr. Nordkoreas Staatsmedien hatten vor dem Beben gemeldet, das Land habe eine neue Wasserstoffbombe entwickelt.

Über dieses Thema berichtete NDR Info in den Nachrichten am 03. September 2017 um 07:00 Uhr.

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