Wahlwerbung in Chisinau für Dodon | Bildquelle: AP

Neuer Präsident in der Republik Moldau Abkehr vom EU-Kurs

Stand: 14.11.2016 13:41 Uhr

Weil die EU-Nähe in seinem Land "die Lebensqualität nicht verbessert hat", will Moldaus neuer Präsident Dodon sein Land neu ausrichten. Moskau statt Brüssel, Russische Föderation statt EU - das ist seine Devise.

Von Markus Sambale, ARD-Studio Moskau

Er hat sich heute Vormittag als strahlender Sieger präsentiert, der die Republik Moldau als Präsident auf einen neuen Kurs bringen will: Igor Dodon, der 41-jährige Chef der Sozialisten in der Republik Moldau. Ein Wirtschaftsexperte, für den Russland kulturell und historisch der natürliche Partner ist.

Für ihn bedeutet das: Eine Abkehr vom Westen, von der zuletzt vorangetriebenen Annäherung an die Europäische Union. "Wir meinen, dass das vor zwei Jahren unterzeichnete Assoziierungsabkommen mit der EU die Lebensqualität nicht verbessert hat", sagte Dodon im russischen Staatsfernsehen. "Wir plädieren offen für eine strategische Partnerschaft mit der Russischen Föderation." Sein erster offizieller Besuch gehe nach Moskau.

Pro-russischer Dodon gewinnt Präsidentschaftswahl in der Republik Moldau
tagesschau 12:00 Uhr, 14.11.2016

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Wo ist die Milliarde?

Moskau also - und nicht etwa Brüssel: Damit könnte ein Richtungswechsel bevorstehen in dem osteuropäischen Land, das nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion vor 25 Jahren unabhängig wurde. Die Republik Moldau, umgangssprachlich auch Moldawien genannt, liegt zwischen Rumänien und der Ukraine. Eine schwere Last ist der Konflikt um die abtrünnige Region Transnistrien, russische Soldaten sind dort stationiert.

Die rund dreieinhalb Millionen Einwohner der Republik Moldau sind zwar hin- und hergerissen zwischen West und Ost, doch sie sind sich recht einig, dass Schluss sein soll mit der verbreiteten Korruption. "Die Person, für die ich gestimmt habe, sollte nicht korrupt sein, sie sollte unabhängig sein und für das Wohl des Volkes arbeiten", sagt eine Wählerin.

Die Republik Moldau gehört zu den ärmsten Staaten Europas: "Ich bin für die Zukunft der Republik Moldau. Recht und Gesetz sollen herrschen, die Menschen sollen erfolgreich sein, die Industrie muss wiederaufgebaut werden. Und die Milliarde Euro, die gestohlen wurde, muss wieder her", fordert ein Mann in der Hauptstadt Chisinau.

Korruption bleibt ein Problem

Diese Milliarde Euro - das ist der Betrag, der im vergangenen Jahr bei moldauischen Banken einfach spurlos verschwunden war. Zehntausende Menschen waren wegen des Skandals auf die Straße gegangen. Viele Bürger waren frustriert, dass die Annäherung an die EU nichts an der Korruption im Land geändert hat.

Wahlwerbung in Chisinau für Dodon | Bildquelle: dpa
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Unterlegene Kandidatin: Für Maia Sandu stimmten rund 47 Prozent der Wähler.

Auch diese Enttäuschung führte wohl zur Niederlage der pro-westlichen Kandidatin Maia Sandu. Sie warf der Wahlleitung Unregelmäßigkeiten bei der Abstimmung vor: "Wir werden aufmerksam bleiben bis zum Schluss. Ich verspreche, dass wir zusammen jeden Verstoß untersuchen, wenn Menschen nicht wählen konnten. Wir werden nicht zulassen, dass ihre Stimmen gestohlen werden", sagte sie.

Doch am Wahlsieg von Dodon wird der Protest wohl nichts mehr ändern. Dodon übernimmt künftig als Präsident der Republik Moldau vor allem repräsentative Aufgaben, doch kann er den außenpolitischen Kurs stark beeinflussen. Und der richtet sich nach den ersten Ankündigungen nun verstärkt nach Russland.

Abkehr vom EU-Kurs? Präsidentenwahl in der Republik Moldau
M. Sambale, ARD Moskau
14.11.2016 13:15 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 14. November 2016 u.a. um 12:00 Uhr.

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