Macron | Bildquelle: AFP

Wahl in Frankreich Kampf um die Stimmen der Anderen

Stand: 24.04.2017 11:05 Uhr

Macron oder Le Pen? Nach der ersten Runde der Präsidentschaftswahl in Frankreich hat das Werben um die Stimmen für die Stichwahl bereits begonnen. Als Favorit gilt der parteilose Macron - der Gewinner von gestern wird nun von Konservativen und Sozialisten unterstützt.

Von Sabine Wachs, ARD-Studio Paris

Der Mann der Stunde ließ auf sich warten: Erst gute zweieinhalb Stunden nachdem die erste Hochrechnung Emmanuel Macron im zweiten Wahlgang sahen, machte sich der sozialliberale Kandidat endlich auf den Weg von seiner Wahlkampfzentrale aus zur großen Wahlparty, um dort vor seine Anhänger zu treten: "Ich muss jetzt alle Franzosen hinter mir versammeln. Ich bin bei Euch, und ich werde Euch immer brauchen. Ich danke den Millionen Franzosen, die für mich gestimmt haben. Vielen Dank."

In zwei Wochen wird Macron in der entscheidenden Stichwahl gegen Marine Le Pen antreten. Um zu gewinnen, braucht er auch die Stimmen, der Wähler, die im ersten Wahlgang für seine politischen Gegner gestimmt haben. Um eben diese Stimmen kämpfte gestern Abend auch Front-National-Chefin Marine Le Pen. In der nordfranzösischen Front-National-Hochburg Henin Beaumont feierte sie das, wie sie es nannte, historischen Wahlergebnis und versprach, nur mit ihr gebe es den wahren Wechsel in der französischen Politik.

Le Pen | Bildquelle: AP
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Le Pen plant den "großen Wandel".

Le Pen will "fundamentalen Wechsel"

"Bisher haben sich die Regierungen abgewechselt, geändert aber hat sich nichts. Ich schlage Euch den großen Wandel vor, einen fundamentalen Wechsel, eine neue Politik und neue Gesichter und den Neuanfang, den ihr euch so sehr wünscht", so Le Pen. Ob sie die Wähler in ihr Lager ziehen kann, die im ersten Wahlgang für ihre Gegenkandidaten gestimmt haben, bleibt abzuwarten.

Schon direkt nach den ersten Hochrechnungen sprach sich der weit abgeschlagene Sozialist Benoit Hamon dafür aus, in der Stichwahl für Macron zu stimmen. Und der konservative Kandidat Francois Fillon tat es ihm gleich. Ihn dürften vor allem die Affäre um die Scheinbeschäftigung seiner Frau, den Einzug in die Stichwahl gekostet haben.

Dafür übernahm Fillon in seiner Rede die volle Verantwortung: "Diese Niederlage ist allein die meine. Und nur ich, ich alleine bin dafür verantwortlich. Allen, die für mich gestimmt haben, allen, die mich seit vier Jahren selbstlos unterstützen und mir Mut gemacht haben, möchte ich meinen Dank und meine Verbundenheit aussprechen."

Mathias Werth, ARD Paris, mit einer Einschätzung zum Wahlergebnis
tagesschau24 11:00 Uhr, 24.04.2017

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Etablierte Parteien verlieren

Faire Verlierer also auf Seiten der beiden traditionsreichen Parteien, der Konservativen und der Sozialisten, die in der Geschichte der 5. Republik bisher den Präsidenten gestellt haben. Lediglich der Ultra-Linke Kandidat Jean-Luc Mélenchon wartete fast zwei Stunden, bis er das Wahlergebnis anerkannte, nur um sich anschließend nicht der republikanischen Front gegen Marine Le Pen anzuschließen: "Jeder und jede von Euch muss wissen, was seine Pflicht ist. Dem schließe auch ich mich an. Ich habe von keinem der 450.000 Menschen, die mich ausgewählt haben, das Mandat erhalten, mich an ihrer Stelle über den weiteren Verlauf dieser Wahl zu äußern."

Mélenchon sprach also keine Empfehlung für die Stichwahl am siebten Mai aus. Am Sonntag in zwei Wochen entscheidet sich, wer Frankreichs neues Staatsoberhaupt werden wird. Den Umfragen zufolge hat Macron gute Chancen Le Pen zu schlagen.

Frankreich hat gewählt
Sabine Wachs, SR
24.04.2017 10:35 Uhr

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Über dieses Thema berichteten am 24. April 2017 tagesschau24 um 11:00 Uhr, NDR Info um 06:20 Uhr und Deutschlandfunk um 05:06 Uhr.

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