Trauer in Hongkong nach dem Tod des Friedensnobelpreisträgers Liu Xiaobo | Bildquelle: AFP

Reaktionen auf Lius Tod Appelle und Anschuldigungen

Stand: 14.07.2017 06:48 Uhr

Nach dem Tod des chinesischen Friedensnobelpreisträgers Liu haben Bundesaußenminister Gabriel und mehrere internationale Kollegen von Peking gefordert, Lius Witwe die Ausreise zu erlauben. Das Friedensnobelpreiskomitee gab Chinas Führung eine Mitverantwortung an Lius Tod.

Nach dem Krebstod des inhaftierten Friedensnobelpreisträgers Liu Xiaobo hat Bundesaußenminister Sigmar Gabriel von der chinesischen Regierung Aufklärung verlangt. Er sehe China "in der Pflicht, der Frage, ob die schwere Krebserkrankung nicht viel früher hätte entdeckt werden können und müssen, auf eine glaubhafte und transparente Weise rasch nachzugehen", erklärte Gabriel.

Neben anderen internationalen Politikern forderte Gabriel die chinesische Führung zudem auf, Lius Witwe Liu Xia die Ausreise zu ermöglichen, wenn diese es wünschte. Auch solle ihr Bewegungs- und Kommunikationsfreiheit gewährt werden. "Liu Xiaobo und seine Frau hatten den sehnlichen Wunsch, nach Deutschland auszureisen", erklärte Gabriel. "Ich bedauere zutiefst, dass diesem Wunsch nicht stattgegeben wurde."

Forderungen aus den USA und Frankreich

Liu Xiaobo und seine Frau Liu Xia im Krankenhaus | Bildquelle: AP
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Liu Xiaobo und seine Frau Liu Xia im Krankenhaus

Liu Xia
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Internationale Politiker fordern von Peking, Liu Xia ausreisen zu lassen

Ähnlich äußerte sich auch Frankreichs Außenminister Jean-Yves Le Drian. Er erklärte außerdem, die Verteidigung von Menschenrechten sei für Frankreichs Beziehungen zu Ländern auf der ganzen Welt eine Priorität. Das spiele also auch bei den diplomatischen Beziehungen zu China eine Rolle.

Auch der US-Außenminister Rex Tillerson wandte sich mit der Forderung an China, Liu Xia aus dem Hausarrest zu entlassen und ihr zu erlauben, das Land zu verlassen. Er würdigte zugleich die Lebensleistung des verstorbenen Schriftstellers und Dissidenten. Liu Xiaobo habe sein Leben "der Besserung seines Landes sowie der Menschheit und dem Streben nach Gerechtigkeit und Freiheit verschrieben", erklärte Tillerson.

China weist Kritik zurück

Das norwegische Friedensnobelpreiskomitee machte die Regierung in Peking für Lius Tod mitverantwortlich. "In den letzten Tagen seines Lebens hatten wir die Hoffnung, dass Liu Xiaobo freigelassen würde und sicher für eine medizinische Behandlung ins Ausland gebracht werden könnte", schrieb die Vorsitzende Berit Reiss-Andersen in einer Mitteilung.

Liu habe darum gebeten und Deutschland sowie die USA hätten dies unterstützt, fügte sie hinzu. "Während die ganze Welt zusah, entschied sich China stattdessen, die Isoloation seines Gefangenen aufrechtzuerhalten."

Die chinesische Regierung wies die Kritik am Umgang mit Liu und seiner Familie zurück. "Der Fall Liu Xiaobo gehört zu Chinas inneren Angelegenheiten, und andere Länder sind in keiner Position, unsachgemäße Bemerkungen zu machen", so ein Sprecher des Außenministeriums.

Über dieses Thema berichtete die Tagesschau am 13. Juli 2017 um 20:00 Uhr.

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