Bei seiner Ankunft in Bogotá wird Papst Franziskus von Tänzern in traditioneller kolumbianischer Kleidung begrüßt. | Bildquelle: dpa

Franziskus in Kolumbien Papst will Stütze für fragilen Frieden sein

Stand: 07.09.2017 05:27 Uhr

Mehr als 50 Jahre kämpften in Kolumbien die FARC-Rebellen gegen die Regierung. Nun ist der Frieden da, doch er muss sich erst festigen. Papst Franziskus will dem Land in dieser Zeit des Wandels Mut zusprechen.

Von Jan-Christoph Kitzler, ARD-Studio Rom, aus Bogotá

Der Empfang für Papst Franziskus konnte nicht herzlicher sein. Zehntausende standen an den Straßen, die 15 Kilometer vom Flughafen von Bogotá bis in die Innenstadt der kolumbianischen Hauptstadt. Offenbar trifft der Papst einen Nerv, noch bevor er die ersten Worte gesprochen hat.

Auf dem Hinflug, fasste er seine Ziele für den Besuch vor den mitreisenden Journalisten ganz einfach zusammen: "Die Reise ist ein wenig besonders: Eine Reise, um Kolumbien zu helfen, weiter den Weg des Friedens zu gehen."

Papst ruft in Kolumbien zur Versöhnung auf
tagesschau 20:00 Uhr, 07.09.2017, Xenia Böttcher, ARD Mexiko-Stadt zzt. Bogota

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Kirche stand während Konflikt nicht immer klar für Frieden

Die Erwartungen an den Papst sind hoch in einer Zeit, in der Kolumbien mitten in einem schwierigen Friedensprozess steht. Zwar haben die Guerilla-Truppen der FARC zum großen Teil ihre Waffen abgegeben und die ELN, also das Nationale Befreiungsheer, hat einem Waffenstillstand zugestimmt. Aber die Lage bleibt fragil. Das weiß auch Juan Manuel Santos, Kolumbiens Präsident, der für seine Bemühungen zwar den Friedensnobelpreis bekommen hat, sich aber längst noch nicht am Ziel wähnt. Er hofft auf Rückenwind vom Papst: "Er kommt zu einem außerordentlichen, sehr günstigen Zeitpunkt. Die Botschaft des Papstes nehmen wir bewegt auf und mit einem großen Gefühl der Verantwortung. Der erste Schritt ist die Versöhnung nach vielen Jahren Krieg, viel Gewalt, viel Konflikt. Wir brauchen das - und der Papst ermutigt uns, den ersten Schritt zu tun."

Heute morgen wird Franziskus erst die politische Führung des Landes treffen und dann den Bischöfen der katholischen Kirche ins Gewissen reden. Denn die Kirche hat in Kolumbien über Jahrzehnte eine zwiespältige Figur abgegeben. Die ELN, auf deren Konto viele Tote gehen, wurde zum Beispiel zeitweise von katholischen Priestern geleitet. Beim Referendum über den Friedensvertrag mit der FARC bezogen die Bischöfe keine klare Stellung. Möglicherweise wird der Papst das thematisieren.

Nun sollen Gerechtigkeit und Vergebung folgen

Dennoch, die Kirche spielt in Kolumbien - mit rund 80 Prozent Katholiken - eine wichtige Rolle. Das sagt auch Erzbischof José Octacio Ruiz, einer der ranghöchsten Kolumbianer an der Kurie in Rom: "Ohne Zweifel war die Kirche eine Art Brücke, um den Dialog zu suchen, um zu erreichen, dass sich die Standpunkte annähern." Nun sei es wichtig, Gerechtigkeit zu schaffen. Dafür muss man aus Sicht des Erzbischofes bei der Entschädigung der Opfer beginnen.

Heute, bei einer großen Messe in Bogotá, zu der Hunderttausende erwartet werden, wird Franziskus vom Frieden sprechen. Morgen will er nach Villavicencio fahren - in eine Stadt, die viel Gewalt erlebt hat. Doch diese Stadt soll nun auch für den Aufbruch in eine neue, friedliche Zeit stehen, sagt Erzbischof Ruiz, der dort einmal gelebt hat: "Es gab hier in der vergangenen Zeit etwas sehr Schönes, denn viele Opfer haben gesagt: Erst, als ich es geschafft habe, zu vergeben, habe ich den Frieden in mir selbst gefunden."

Ein paar Worte sprach der Papst dann doch zu den Jugendlichen, die ihn bei seiner Ankunft begrüßten. Sie sollten ihre Fröhlichkeit nicht verlieren und auch die Hoffnung nicht. Denn beides brauche man im schwierigen kolumbianischen Friedensprozess nötiger denn je.

Franziskus begeistert in Bogota empfangen
Jan-Christoph Kitzler, ARD Romm, zzt. Bogota
07.09.2017 12:06 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 07. September 2017 um 05:00 Uhr.

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