Menschen protestieren gegen die Verhaftung von Aktivisten in Katalonien | Bildquelle: AP

Nach Aktivisten-Inhaftierung 200.000 gehen in Barcelona auf die Straße

Stand: 18.10.2017 08:41 Uhr

Nach der Inhaftierung zweier Unabhängigkeits-Aktivisten brodelt es in Barcelona: etwa 200.000 Menschen sind aus Protest auf die Straße gegangen. Sie forderten: "Freiheit für die politischen Gefangenen!" Und: "Help us, Europe!"

Die Inhaftierung zweier Anführer der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung verschärft die Spannungen zwischen der spanischen Zentralregierung und den Separatisten in Barcelona. Zehntausende Menschen protestierten am Dienstagabend in Barcelona gegen die Festnahme zweier führender Aktivisten der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung.

Die Demonstranten skandierten Parolen wie "Ihr seid nicht allein!" und "Spanische Justiz raus". Viele der Befürworter einer Abspaltung der Region von Spanien marschierten mit brennenden Kerzen. Auf Plakaten war unter anderem "Freiheit für die politischen Gefangenen" und "Help us Europe!" zu lesen. Die städtische Polizei der katalanischen Hauptstadt schätzte die Teilnehmerzahl auf 200.000.

Menschen protestieren gegen die Verhaftung von Aktivisten in Katalonien | Bildquelle: AP
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Lautstarker Protest: Zigtausende gingen gegen die Festnahme der beiden Aktivisten auf die Straße. Sie riefen: "Ihr seid nicht allein!" und "Spanische Justiz raus!"

Am Donnerstag läuft Ultimatum ab

Zum Protest aufgerufen hatten die Bürgerinitiative Katalanische Nationalversammlung (ANC) und der Kulturverein Omnium Cultural. Die beiden Präsidenten dieser einflussreichsten separatistischen Organisationen, Jordi Sànchez und Jordi Ciuxart, waren am Montag in Untersuchungshaft genommen worden. Den beiden Männern wird "aufrührerisches Verhalten" vorgeworfen. Ihnen droht eine Haftstrafe von bis zu 15 Jahren. Sie sollen unter anderem bei einer Demonstration am 20. September die Teilnehmer dazu ermutigt haben, Angehörige der staatlichen Polizeieinheit Guardia Civil einzukesseln.

Der Sprecher der Regionalregierung Kataloniens, Jordi Turull, bezeichnete die Inhaftierung der Aktivistenführer als "demokratische Schande". Am Donnerstag läuft ein Ultimatum aus Madrid an die Separatisten ab: Bis dahin sollen sie erklären, die Abspaltungsbestrebungen aufzugeben. Turull versicherte, der katalanische Regierungschef Carles Puigdemont werde dem Druck nicht nachgeben und Madrid erneut Dialog anbieten. "Er wird von seiner Position nicht abrücken", so Turull.

Über dieses Thema berichtete das Nachtmagazin am 17. Oktober 2017 um 00:30 Uhr.

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