Polizisten nach den Bombenexplosionen in Jakarta | Bildquelle: REUTERS

Explosionsserie in Indonesien Mindestens sieben Tote bei Anschlag in Jakarta

Stand: 14.01.2016 11:38 Uhr

Indonesiens Präsident Widodo hat die Explosionsserie in der Hauptstadt Jakarta als Terrorangriff bezeichnet. "Wir werden uns davon nicht in die Knie zwingen lassen", betonte er. Mehrere Attentäter hatten sich in die Luft gesprengt. Sieben Menschen wurden getötet - darunter fünf der Angreifer.

Nach den schweren Explosionen in Jakarta hat Indonesiens Präsident Joko Widodo die Sicherheitskräfte zur Jagd auf die Täter aufgerufen. Er habe den nationalen Polizeichef und den Sicherheitsminister seines Landes angewiesen, die für die mutmaßliche Anschlagsserie Verantwortlichen zu verfolgen und festzunehmen, sagte er während eines Arbeitsbesuchs in der Stadt Cirebon auf der Insel Java. Den Opfern gehöre das Beileid der Regierung. Man verurteile die Attacke, die Unruhe in der Bevölkerung hervorgerufen habe, sagte er. Er bezeichnete die Explosionsserie als Terrorakt. "Wir werden uns nicht von diesen Terroranschlägen in die Knie zwingen lassen", betonte er.

Explosion in Jakarta (unkommentiert)
14.01.2016

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Mindestens sieben Tote

Inzwischen ist von mindestens sieben Toten die Rede - darunter sollen auch fünf Angreifer sein. Ein niederländischer und ein indonesischer Zivilist seien getötet worden, sagte der Minister für öffentliche Sicherheit, Luhut Panjaitan. Fünf Polizisten, ein ausländischer Zivilist und vier Indonesier seien verletzt worden, erklärte die Polizei. Unter den Verletzten soll auch ein niederländischer UN-Mitarbeiter sein.

Die Attentäter hatten nahe eines Einkaufszentrums im Zentrum Jakartas mehrere Sprengsätze gezündet. Ein Augenzeuge berichtete, ein bewaffneter Täter habe außerdem vor einem Starbucks-Café gegenüber das Feuer eröffnet. Den Tätern gelang zunächst die Flucht.

In dem Gebäude des Einkaufszentrums befinden sich auch Büros der Vereinten Nationen. Jeremy Douglas arbeitet dort: "Wir waren gerade auf dem Weg in unser Büro, wir kamen von der Rückseite des Gebäudes, dann erhielten wir einen Anruf, dass etwas geschehen sei, keiner wusste allerdings was."

Jeremy Douglas @jdouglasSEA
Quiet over a hour. Latest from the window is media drifting closer to operations. Told lockdown to last https://t.co/s6FaPpeT5V

Mehrere Selbstmordattentäter

Nach den Detonationen waren Schüsse zu hören, die Polizei lieferte sich offenbar einen Schusswechsel mit den mutmaßlichen Attentätern. Nach Angaben des lokalen Fernsehsenders Metro TV handelt es sich um 14 bewaffnete Männer. Augenzeugenberichten zufolge sprengten sich mehrere Attentäter in die Luft, weitere Angreifer schossen demnach auf die Polizei. Vier Verdächtige sollen festgenommen worden sein.

Der indonesische Terrorexperte Ali Wibisono spricht von Selbstmordattentätern: "Die Anschläge wurden unter anderem von zwei Selbstmordattentätern ausgeführt, andere haben geschossen, einer der Täter hat seine Waffe geschwenkt und ist geflüchtet. Wir müssen von koordinierten Attentaten an verschiedenen Orten ausgehen."

Hintergründe noch nicht bekannt

Über die Hintergründe des Attentats ist noch nichts bekannt. Bislang bekannte sich niemand zu den Anschlägen. Experten sehen aber einen Zusammenhang mit Drohungen der Terrorgruppen "Islamischer Staat" und Al Kaida. Beide hatten in den vergangenen Wochen zum "Heiligen Krieg" in Indonesien, Malaysia und auf den Philippinen aufgerufen. Der Islamwissenschaftler Greg Barton erklärt: "Es ist nicht überraschend, dass der 'Islamische Staat' Jakarta zu seiner Basis machen will. Die islamischen Organisationen hier sind schwach, der 'Islamische Staat' verspricht sich viel Unterstützung. Sogenannte weiche Ziele in Innenstädten passen zu einer vom 'Islamischen Staat' koordinierten Aktion."

Die Nachrichtenagentur AFP berichtet, dass laut Polizeiangaben die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" vor den Bombenexplosionen in Jakarta eine rätselhafte Drohung ausgesprochen hatte. "Die Warnung lautete, dass es ein Konzert in Indonesien geben werde, über das weltweit berichtet werde", sagte Polizeisprecher Anton Charliyan. Weitere Einzelheiten nannte er nicht.

Philipp Abresch, ARD Singapur, mit aktuellen Informationen zum Anschlag in Jakarta
ARD-Morgenmagazin, 14.01.2016

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Erhöhte Alarmbereitschaft

In der Vergangenheit hatte die Dschihadisten-Gruppe Jemaah Islamiyah immer wieder Anschläge in Indonesien verübt. Seit die Behörden die Vereitelung einer geplanten extremistischen Attacke auf Regierungsvertreter, Ausländer und andere Personen meldete, herrscht in dem südostasiatischen Land erhöhte Alarmbereitschaft. Am jüngsten Silvesterabend wurden rund 150.000 Polizisten und Soldaten entsandt, um Kirchen, Flughäfen und andere öffentliche Orte zu sichern. Mehr als 9000 Polizisten wurden zudem auf Bali aufgeboten, wo sich 2002 die bislang folgenschwerste Terrorattacke in dem Land mit 202 Toten ereignete.

Conflict News @Conflicts
PHOTO: Photo taken from above one of the central #Jakarta blast sites. - @KompasTV #Indonesia https://t.co/hhNlgzFPYI

Attentat in Jakarta
Udo Schmidt, ARD Singapur
14.01.2016 11:30 Uhr

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Mit Informationen von Udo Schmidt, ARD-Hörfunkstudio Singapur.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 14. Januar 2016 um 15:00 Uhr.

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