Auftritt Ram Rahim Singh (Archivbild) | Bildquelle: AP

Nach Gewalt in Indien Zehn Jahre Haft für Guru Ram Rahim

Stand: 28.08.2017 13:11 Uhr

Nach den gewalttätigen Protesten gegen die Verurteilung des indischen Gurus Ram Rahim hat ein Gericht nun das Strafmaß festgesetzt: Er muss für zehn Jahre in Gefängnis. Mit strengen Sicherheitsauflagen wollen die Behörden eine erneute Eskalation verhindern.

Der wegen Vergewaltigung zweier Anhängerinnen verurteilte indische Guru Gurmeet Ram Rahim Singh muss für zehn Jahre hinter Gitter. Diese Strafe verkündete ein Richter in einem Gefängnis im nordindischen Rohtak, wie örtliche Medien übereinstimmend berichteten.

Der Richter war per Hubschrauber in den Ort nahe der Hauptstadt Neu Delhi geflogen worden, wo Ram Rahim seit seiner Verurteilung in Haft saß. Damit sollten erneute Ausschreitungen verhindert werden.

Zudem waren die Vorkehrungen streng - insgesamt rund 30.000 Sicherheitskräfte waren in verschiedenen Orten des Bundesstaats Haryana im Einsatz. In Sirsa, wo eine Ausgangssperre galt, wurden Medienberichten zufolge zwei Autos angezündet. Darüber hinaus wurden zunächst keine Zwischenfälle bekannt.

Krawalle in Panchkula | Bildquelle: AP
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Krawalle in Panchkula nach der Verurteilung am Freitag.

Gewaltausbruch am vergangene Freitag

Mehr als 100.000 Anhänger des 50-jährigen Gurus waren am vergangenen Freitag zu der Urteilsverkündung in den Ort Panchkula gekommen und randalierten anschließend. Dabei kamen dort 32 Menschen ums Leben, sechs weitere starben im rund 250 Kilometer entfernten Sirsa, wo die Sekte von Ram Rahim beheimatet ist. Mehr als 250 Menschen wurden verletzt. Die meisten Opfer wurden durch Polizeischüsse getötet.

Mehr als 900 Mitglieder der "Dera Sacha Sauda" (etwa: Sekte des wahren Geschäfts) wurden festgenommen. Die Sekte hat nach eigenen Angaben 60 Millionen Mitglieder.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 25. August 2017 um 23:33 Uhr. Zudem berichtete über dieses Thema Deutschlandfunk am 28. August 2017 um 14:00 Uhr.

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