Frankreichs Innenminister Cazeneuve vor Polizisten in Toulouse | Bildquelle: AFP

Innenminister berichtet von Angriffsplänen Offenbar Anschlag in Frankreich vereitelt

Stand: 22.12.2015 20:29 Uhr

Die Polizei in Frankreich hat offenbar einen Anschlag verhindert. Nach Angaben von Innenminister Cazeneuve waren Angriffe auf Einrichtungen von Militär, Gendarmerie und Polizei geplant. Zwei Franzosen seien festgenommen worden.

In Frankreich ist nach Angaben von Innenminister Bernard Cazeneuve ein Anschlag vereitelt worden. Im südlich von Paris gelegenen Orléans seien Angriffe auf Einrichtungen von Militär, Gendarmerie und Polizei geplant gewesen. Der Inlandsgeheimdienst DGSI haben die Pläne aber durchkreuzt, sagte Cazeneuve bei einer Rede vor Polizisten in Toulouse.

Zwei Franzosen im Alter von 20 und 24 Jahren seien am Samstag festgenommen worden. Nach Angaben von Cazeneuve hatten die beiden Verdächtigen Kontakt zu einem französischen Dschihadisten in Syrien. Ob er der Auftraggeber des Attentats war, sei aber noch unklar. Einer der beiden Verdächtigen habe die Anschlagspläne gestanden. Sie richteten sich demnach gegen "Vertreter der Staatsgewalt". Die beiden Männer seien den Polizeibehörden bekannt gewesen.

Tausenden wurde Einreise verwehrt

Cazeneuve bezeichnete die Festnahmen als Ergebnis minutiöser Arbeit. Seit 2013 seien damit zehn Anschläge in Frankreich verhindert worden. Der Minister sagte zudem, dass seit den Terrorattacken vom 13. November 3414 Menschen die Einreise nach Frankreich verwehrt worden ist. Dies sei aus Gründen der Sicherheit und öffentlichen Ordnung geschehen. Während dieser Zeit fanden unter anderem die UN-Klimaverhandlungen in Paris statt, zu denen auch zahlreiche Kritiker und Demonstranten anreisen wollten.

Sicherheitskontrollen am Gare du Nord in Paris | Bildquelle: AFP
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Sicherheitskontrollen am Gare du Nord in Paris. Nach den Anschlägen Mitte November wurde der Ausnahmezustand verhängt.

Die französische Regierung will am Mittwoch eine Verfassungsänderung auf den Weg bringen, um den Ausnahmezustand in der Verfassung zu verankern. Die nach den Anschlägen vom 13. November verhängten und inzwischen auf drei Monate verlängerten Maßnahmen sind bisher nur gesetzlich geregelt. Bürgerrechtsorganisationen bezeichnen einzelne Punkte als zu weitgehend.

Bei den Anschlägen am 13. November in Paris wurden 130 Menschen getötet. Zu den Taten bekannte sich die Terrormiliz "Islamischer Staat".

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