Kreml in Moskau | Bildquelle: AFP

Russische Reaktionen Flynn-Rückzug eine "Provokation"

Stand: 14.02.2017 13:28 Uhr

Die russische Regierung will den Rücktritt des US-Sicherheitsberaters Flynn nicht kommentieren. Einige russische Politiker äußern sich hingegen deutlich: Der Rücktritt sei eine "Provokation" und ein "negatives Signal".

Russische Politiker werten den Rücktritt des US-Sicherheitsberaters Michael Flynn als schlechtes Zeichen für die bilateralen Beziehungen. Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses der russischen Staatsduma, Leonid Sluzki, sprach von einer "Provokation" und einem "negativen Signal für die Wiederherstellung des russisch-amerikanischen Dialogs".

Der Vorsitzende im Außenausschuss des Föderationsrates, Konstantin Kossatschow, schrieb auf Facebook: "Von den Falken in Washington wird die Bereitschaft zum Dialog mit den Russen als Gedankenverbrechen gesehen." US-Präsident Donald Trump könne entweder nicht selbstständig handeln oder er werde daran gehindert, so die Mutmaßung Kossatschows. Flynn wegen seiner Kontakte zum russischen Botschafter Sergej Kisljak in Washington zu entlassen sei "nicht nur Paranoia, sondern etwas viel Schlimmeres".

Flynn soll falsche Angaben gemacht haben

Flynn war wegen umstrittener Kontakte nach Russland zurückgetreten. US-Medien zufolge soll er noch vor Amtsantritt von Trump mit dem russischen Botschafter über Sanktionen der damaligen US-Regierung gesprochen und dazu später falsche Angaben gemacht haben. Als Privatbürger, der er zu diesem Zeitpunkt noch war, war Flynn nicht befugt, über diplomatische Angelegenheiten zu verhandeln.

In seinem Rücktrittsschreiben erklärte Flynn, er habe Vizepräsident Mike Pence über seine Telefonate mit dem russischen Botschafter irrtümlich falsch informiert. Flynn hatte Pence zugesichert, dass die US-Sanktionen gegen Russland bei seinen Gesprächen kein Thema gewesen seien. Regierungsmitarbeitern zufolge belegen allerdings Mitschriften, dass dies im Austausch mit dem russischen Botschafter sehr wohl der Fall war.

Die russische Regierung erklärte, es handle sich um eine inneramerikanische Angelegenheit. "Das ist nicht unsere Angelegenheit", sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. "Wir wollen diese Angelegenheit überhaupt nicht kommentieren."

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 14. Februar 2017 um 14:00 Uhr.

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