"El Chapo" nach seiner Festnahme 2014 | Bildquelle: AFP

Jagd auf mexikanischen Drogenboss "El Chapo" verletzt, aber nicht gefasst

Stand: 17.10.2015 07:47 Uhr

Der Ausbruch von Drogenboss "El Chapo" Guzmán aus dem Hochsicherheitsgefängnis Altiplano hatte die mexikanischen Behörden blamiert. Nun scheinen Sicherheitskräfte dem Kartellchef auf den Fersen zu sein. Doch beim versuchten Zugriff wurden sie erneut düpiert.

Der im Juli aus einem mexikanischen Hochsicherheitsgefängnis ausgebrochene Drogenbaron Joaquin "El Chapo" Guzmán ist bei einem Zugriffsversuch mexikanischer Sicherheitskräfte verletzt worden. Das teilte das Sicherheitskabinett mit. Die Beamten gehen davon aus, dass Guzmán sich bei der Flucht am Bein und im Gesicht verletzt habe.

Soldaten führen Joaquín "El Chapo" Guzmán in Mexico-City ab. | Bildquelle: REUTERS
galerie

"El Chapo" bei seiner Festnahme im Februar 2014.

Offenbar stammen die Verletzungen aus einem Zugriffsversuch der Sicherheitskräfte, der vor Tagen an einem nicht näher beschriebenen Ort stattgefunden haben soll. Der US-Sender NBC berichtet, dass sich Guzmán in einer Ranch nahe der Ortschaft Cosalá im Grenzgebiet zwischen den Bundesstaaten Sinaloa und Durango im Nordwesten des Landes verschanzt hatte. Vor dem Zugriff sei er mit seinen Leibwächtern auf Quads geflohen.

Auch US-Drogenbekämpfer vermuten Guzmán in den Bergen von Sinaloa,. Der Gouverneur von Sinaloa hatte am vergangenen Mittwoch von einem Einsatz der Spezialkräfte im Nachbarstaat Durango berichtet.

Flucht durch Tunnel

Der Ausgang des Tunnelsystems, durch das Guzmán floh. | Bildquelle: AP
galerie

Ausgang des Tunnelsystems, aus dem Guzman entwischte.

Die spektakuläre Flucht des Drogenbosses aus dem Hochsicherheitsgefängnis Altiplano durch einen 1,5 Kilometer langen Tunnel hatte die mexikanische Regierung in große Erklärungsnot gebracht. Ein jüngst veröffentlichtes Überwachungsvideo zeigt, dass sich die Wärter offenbar blind und taub stellten: So waren vor dem Ausbruch laute Klopfgeräusche aus Guzmáns Zelle zu hören, nach seiner Flucht dann brauchten die Wachen 40 Minuten, bevor sie in die Zelle gingen.

Die Behörden nahmen mehrere mutmaßliche Fluchthelfer fest, darunter Wachleute und Verantwortliche des Gefängnisses sowie die damalige Leiterin der mexikanischen Gefängnisverwaltung.

Guzmán saß bereits einmal im Gefängnis

Guzmán gilt als einer der mächtigsten Drogenhändler der Welt. Seit seiner Festnahme im Februar 2014 saß er bis zu seinem Ausbruch in Haft. Zuvor war er 13 Jahre gesucht worden, nachdem er 2001 schon einmal aus einem Gefängnis ausgebrochen war. Über Jahre hatte sich Guzmán damals in den unwegsamen Gebirgen des Bundesstaats Sinaloa verschanzt.

Darstellung: