Hollande und Valls | Bildquelle: REUTERS

Reaktionen auf Anschläge in Brüssel "Europa ist das Ziel"

Stand: 22.03.2016 15:45 Uhr

Die Anschläge in Brüssel sorgen für Entsetzen und Wut, Europas Regierungschefs werten diese als Angriff auf ganz Europa. "Der Terrorismus hat Belgien getroffen, aber Europa war das Ziel", sagte Frankreichs Präsident Hollande. Europaweit wurden Sicherheitsmaßnahmen verschärft.

Nach den Anschlägen in Brüssel haben zahlreiche EU-Regierungschefs bestürzt reagiert. "Wir fürchteten einen Terroranschlag, und das ist eingetreten", sagte der belgische Ministerpräsident Charles Michel. Er verurteilte die Anschläge als "blind, gewaltsam und feige".

Die Anschläge seien ein "tragischer und schwarzer Tag" für sein Land. Laut Michel wappnet sich Belgien gegen mögliche weitere Anschläge: Die Sicherheitskräfte bemühten sich, die Sicherheit weiterer Orte zu gewährleisten.

Charles Michel, Premierminister Belgien, Statement zu den Explosionen in Brüssel
tagesschau Extra 12:00 Uhr, 22.03.2016

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"Kriegsakte" gegen Europa

Laut Frankreichs Präsident François Hollande zielten die Anschläge auf Europa. "Der Terrorismus hat Belgien getroffen, aber Europa war das Ziel, und die ganze Welt ist betroffen." Man habe es mit einer globalen Herausforderung zu tun, die globale Antworten erforderten. Hollande rief wichtige Minister zu einem Krisentreffen. Der Staatschef beriet mit Premierminister Manuel Valls, Außenminister Jean-Marc Ayrault sowie den Ministern für Inneres und Verteidigung im Élyséepalast über die Lage in Brüssel.

Premier Valls sprach den Angehörigen der Opfer sein Mitgefühl aus und sprach von "Kriegsakten". "Ich möchte meine Solidarität gegenüber der belgischen Regierung, unseren belgischen Freunden ausdrücken, sagte er. "Wir sind im Krieg. Wir erleiden in Europa seit mehreren Monaten Kriegsakte." Frankreichs Regierung hatte nach den Pariser Anschlägen vom 13. November 2015 immer wieder von einem Krieg gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" gesprochen.

EU-Ratspräsident Donald Tusk betonte die Solidarität der EU mit Belgien. Die EU werde der Stadt Brüssel, Belgien und den europäischen Staaten im Kampf gegen den Terrorismus helfen, so Tusk.

Der niederländische Premier verurteilte die Anschläge. "Brüssel ist bis ins Mark getroffen, Belgien ist bis ins Mark getroffen, Europa ist bis ins Mark getroffen", sagte Mark Rutte. Die Niederlande haben zur Zeit die EU-Ratspräsidentschaft und halten nach Angaben von Rutte engen Kontakt zur EU-Kommission in Brüssel. Die Sicherheitsmaßnahmen auf Flughäfen, Bahnhöfen, an der Grenze zu Belgien und beim Parlament in Den Haag wurden verschärft. Über mögliche weitere Maßnahmen etwa an den Grenzen stehen die Niederlande auch in engem Kontakt mit Frankreich und Deutschland.

"Wir fühlen uns getroffen"

Die Bundesregierung reagierte ebenfalls geschockt. Die Ziele der Anschläge - ein internationaler Flughafen und eine U-Bahn-Station in der Nähe von EU-Institutionen - sprächen "dafür, dass dieser terroristische Anschlag nicht nur Belgien galt. Sondern unserer Freiheit, unserer Bewegungsfreiheit, der Mobilität und allen, die Teil der EU sind", sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière. "Deswegen fühlen wir uns genauso getroffen von diesem Anschlag", sagte er.

De Maizière forderte, den Kampf gegen extremistische Organisationen "entschlossen und hart" weiterzuführen. Es sei nicht auszuschließen, dass Maßnahmen wie die jüngsten Festnahmen im Zusammenhang mit den Paris-Attentaten dazu führen könnten, "dass der Terrorismus Gewalt noch stärker ausübt und als Reaktion darauf extra Anschläge begehen könnte", sagte er.

Dennoch gelte: "Ein Zurückweichen darf es nicht geben." Bislang gebe es keinerlei Hinweise auf einen Deutschlandbezug der Täter von Brüssel, sagte der Minister. Dennoch seien die Vorkehrungen im Grenzraum zu Belgien, den Niederlanden, Luxemburg und Frankreich verstärkt worden.

"Die Welt muss zusammenstehen"

Auch US-Präsident Barack Obama verurteilte die Terroranschläge in Brüssel. "Die Gedanken und Gebete der amerikanischen Bevölkerung sind mit den Menschen in Belgien", sagte Obama. "Wir werden alles tun, was notwendig ist, um unseren Freund und Verbündeten Belgien dabei zu unterstützen, diejenigen vor Gericht zu bringen, die dafür verantwortlich sind." Die Taten seien eine Erinnerung daran, dass die Welt zusammenstehen müsse, sagte Obama.

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