Afghanische Soldaten | Bildquelle: AFP

US-Ausrüstung für afghanische Armee Eine Tarnuniform, die auffällt

Stand: 21.06.2017 22:02 Uhr

Wald gibt es wenig in Afghanistan - trotzdem hat die US-Regierung der afghanischen Armee Tarnuniformen in waldgrün beschafft, weil es der damalige Verteidigungsminister in Kabul so wollte. Die Uniform tarnt schlecht und war auch noch teuer.

Viel Geld hat die US-Regierung im vergangenen Jahrzehnt ausgegeben, um die afghanische Armee mit Tarnkleidung auszurüsten. Nun kritisiert eine US-Kontrollbehörde, dass es sich um einen teuren Fehleinkauf gehandelt habe. Denn die waldgrüne Tarnfarbe der Uniform mache die Soldaten in der Landschaft am Hindukusch womöglich besonders gut sichtbar und gefährde sie damit sogar.

Der US-Generalinspekteur für den Wiederaufbau von Afghanistan, John Sopko, bemängelte, dass die Muster der vom Pentagon angeschafften Uniformen die Formen und Farben von Wäldern abbildeten, obwohl "Wälder nur 2,1 Prozent von Afghanistans totaler Landfläche bedecken".

Viel Steuergeld für ein hübsches Muster

Nach Angaben des Generalinspekteurs hatten Mitarbeiter des US-Verteidigungsministeriums Muster im Jahr 2007 dem damaligen afghanischen Verteidigungsminister Abdul Rahim Wardak mehrere Muster gezeigt. Dieser sei von dem dunkelgrünen Variante angetan gewesen. Daraufhin seien 1,36 Millionen dieser Uniformen und 88.000 zusätzliche Hosen bei einer Privatfirma gekauft worden.

Die Kosten lagen laut Sopko um 40 Prozent höher als bei Uniformen mit anderen Tarnmustern, da die Herstellerfirma die Lizenzrechte an dem Muster gehabt habe. Dadurch seien unnötige Mehrausgaben von 28 Millionen Dollar (nach heutigem Kurs: 25 Millionen Euro) entstanden.

"Im Namen der Mode" seien diese Steuergelder verschwendet worden - "weil der Verteidigungsminister dachte, das Muster war hübsch", schimpfte der Generalinspekteur im Interview mit der Zeitung "USA Today". Das Pentagon kündigte an, in Zukunft Alternativen zu prüfen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk Nova am 22. Juni 2017 um 11:50 Uhr in den Nachrichten.

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