Öffnung der Grenze von Pakistan und Afghanistan | Bildquelle: dpa

Sicheres Herkunftsland? Afghanen fliehen zu Zehntausenden

Stand: 21.03.2017 15:31 Uhr

Das Jahr ist gerade einmal drei Monate alt - aber schon jetzt sind in dieser Zeit 38.000 Menschen aus ihrer Heimat in Afghanistan geflohen. Wegen der wachsenden Gewalt sei es zunehmend schwierig, die Menschen mit Lebenswichtigem zu versorgen, berichten die UN.

Mehr als 38.000 Afghanen sind seit Beginn des Jahres vor der Gewalt in ihrer Heimat geflohen. Für das Gesamtjahr sei ein starker Anstieg der Flüchtlingszahlen zu befürchten, erklärte das UN-Büro zur Koordinierung humanitärer Hilfe, OCHA. Die humanitäre Lage verschlechtere sich immer weiter. Durch die anhaltenden Kämpfe zwischen Regierungstruppen und radikal-islamischen Milizen könnten die Bedürftigen nicht mit lebenswichtigen Gütern versorgt werden.

Im vergangenen Jahr unterstützten die UN und ihre Partnerorganisationen 3,6 Millionen Menschen in Afghanistan, mehr als zehn Prozent der Bevölkerung. In diesem Jahr bräuchten die Helfer 550 Millionen US-Dollar, um Lebensmittel, Wasser, Unterkünfte und Medikamente für die notleidenden Menschen bereitzustellen. Bislang hätten Geber nur 15 Prozent der benötigten Summe gezahlt.

Afghanistan-Abschiebungen in Kritik

Die Situation in Afghanistan ist auch in der deutschen Politik aktuell ein umstrittenes Thema. So ist die Bundesregierung der Überzeugung, dass Afghanistans aktuell in Teilen ein sicheres Land ist - und lässt entsprechend afghanische Flüchtlinge zurück in diese Teile abschieben. Doch aus den Bundesländern wächst die Kritik an dieser Einschätzung - immer weniger von ihnen schieben noch Afghanen ab. Auch die Menschenrechtsorganisation Amnesty International nennt die Abschiebungen "unvertretbar".

Polizisten begleiten ausreisepflichtige Asylbewerber (Archivbild) | Bildquelle: dpa
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Abschiebungen nach Afghanistan: Kritik an dieser Praxis nimmt zu. (Archivbild)

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