Martin Winterkorn | Bildquelle: dpa

VW-Abgasskandal Neue Ermittlungen gegen Winterkorn

Stand: 28.01.2017 03:22 Uhr

Im VW-Abgasskandal rückt der Ex-Vorstandschef Winterkorn zunehmend ins Visier der Staatsanwaltschaft. Gegen ihn werde nun auch wegen des Anfangsverdachts des Betruges ermittelt, teilte die Behörde mit. Winterkorn selbst bleibt bei seiner Darstellung - er habe von nichts gewusst.

Der frühere VW-Vorstandschef Martin Winterkorn gerät im Zusammenhang mit dem VW-Abgasskandal zunehmend ins Visier der Staatsanwaltschaft Braunschweig. Gegen ihn werde nun auch wegen des Anfangsverdachts des Betruges ermittelt, teilte die Behörde mit. Es gebe immer mehr Anhaltspunkte dafür, dass Winterkorn früher als von ihm öffentlich behauptet Kenntnis von der manipulierenden Software und deren Wirkung gehabt haben könnte. Winterkorn war im September 2015 kurz nach Bekanntwerden des Skandals von der VW-Spitze zurückgetreten. Er sei sich aber keines Fehlverhaltens bewusst, hatte er damals gesagt.

Und auch jetzt bleibt Winterkorn bei seiner Darstellung: Bis zum Bekanntwerden des Diesel-Skandals im September 2015 habe er nichts von illegalen Manipulationen gewusst. Zu den neuen Ermittlungen werde er sich gegenüber Behörden äußern, sobald er die ihn "angeblich belastenden Umstände" - Aussagen und Dokumente - genauer kenne, teilten seine Anwälte mit.

Neue Ermittlungen gegen Winterkorn
tagesschau 20:00 Uhr, 27.01.2017, Jörg Ihßen, NDR

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Durchsuchungen bei Winterkorn

Nach Informationen von WDR, NDR und "Süddeutscher Zeitung" wurden in München das Haus und das dortige Büro von Winterkorn durchsucht. Dem früheren VW-Chef sei dabei mitgeteilt worden, dass auch gegen ihn wegen Betrugs ermittelt wird.

Bisher hatte die Staatsanwaltschaft gegen Winterkorn wegen des Verdachts der Marktmanipulation ermittelt, weil VW die Finanzmärkte möglicherweise zu spät über die milliardenschweren Risiken des Skandals informiert haben könnte.

Ermittlungen gegen weitere Personen

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig weitet ihr Verfahren wegen der mutmaßlichen Manipulation zudem von bisher 21 auf 37 Personen aus. Sie ließ in dieser Woche 28 Objekte im Bereich Wolfsburg, Gifhorn, Braunschweig durchsuchen. Es handelt sich um Privat- und Diensträume. Nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa richtete sich die Aktion unter anderem auch gegen Softwarespezialisten der VW-Beteiligung IAV.

Die Auswertung des dabei sichergestellten Materials dauert noch an. Unter den Verdächtigen befindet sich laut Informationen von WDR, NDR und "Süddeutscher Zeitung" auch Bernd Gottweis, ein ehemaliger Top-Manager bei VW und einer der engsten Vertrauten von Winterkorn.

Bereits vor zwei Wochen berichteten die drei Medien darüber, dass Winterkorn möglicherweise deutlich früher über die Manipulationen Bescheid wusste. Schon im Juli 2012 - also mehr als drei Jahre bevor der Betrug aufflog - sollen zwei der wichtigsten Vertrauten Winterkorns bei VW von den Manipulationen erfahren haben, unter ihnen Gottweis. Das hat VW in seinem Schuldeingeständnis gegenüber den US-Behörden angegeben.

Thorsten Hapke, NDR, über die Ermittlungen gegen Winterkorn
nachtmagazin 01:00 Uhr, 28.01.2017

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 27. Januar 2017 um 20:00 Uhr und das nachtmagazin am 27. Januar 2017 um 01:00 Uhr.

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