Ein Screenshot diverser Software

Gerichtsurteil Internet-Werbeblocker sind zulässig

Stand: 17.08.2017 16:39 Uhr

Programme, mit denen Internetnutzer Werbung beim Surfen blockieren können, sind zulässig. Das entschieden Richter des Münchner Oberlandesgerichts. Damit bestätigten sie auch das Geschäftsmodell, bei dem Unternehmen sich "freikaufen", damit ihre Anzeige doch zu sehen ist.

Blinkende Banner und bildschirmfüllende Einblendungen: Wer sich beim Surfen im Internet vor aufdringlicher Werbung schützen will, nutzt einen Werbeblocker - eine Browsererweiterung, die Reklame im Internet blockiert. Medienunternehmen sind nun mit einer Klage gegen Adblocker vor dem Oberlandesgericht München gescheitert. Wie die Richter entschieden, darf das Kölner Unternehmen Eyeo sein Angebot "AdBlock Plus" weiter anbieten.

Legitimes Geschäft oder "Schutzgeld"?

"AdBlock Plus" ist das beliebteste Programm in diesem Zusammenhang in Deutschland und steht kostenlos zum Download bereit. Will ein Webseiten-Betreiber Werbung trotz eingeschalteten Filters präsentieren, bieten die Blocker ihm an, sich in eine sogenannte Whitelist eintragen zu lassen. Webseiten, die auf dieser Liste vermerkt sind, sind vom Werbe-Bann ausgenommen. Wird eine Seite monatlich mehr als zehn Millionen Mal besucht, verlangen die Werbeblocker Geld für die Aufnahme in die Whitelist. Für sie eine Lizenzgebühr - Webseiten-Betreiber kritisieren es als "freikaufen".

Niederlage für Medienhäuser

Auch diese Praxis der Whitelists haben die Richter in München für zulässig erklärt - eine herbe Niederlage für die "Süddeutsche Zeitung", ProSiebenSat.1 und die RTL-Tochter IP, die gemeinsam geklagt hatten. Sie hatten Eyeo einen Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht vorgeworfen und Schadenersatz verlangt. Verlage und Medienhäuser finanzieren ihr Online-Angebot zu großen Teilen über die bei ihnen geschalteten Anzeigen. Blenden Nutzer die aus, brechen Einnahmen weg.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 17. August 2017 um 16:44 Uhr.

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