VW-Emblem, große schwarze Wolken: Der Absatz beim Konzern bricht ein | Bildquelle: dpa

VW-Abgasskandal "Schuldig" und 4,3 Milliarden Dollar

Stand: 11.01.2017 20:17 Uhr

Schuldig der Verschwörung und der Behinderung der US-Justiz - mit diesem Eingeständnis und mit der Zahlung von 4,3 Milliarden Dollar kann VW eine weitere juristische Großbaustelle im Abgasskandal schließen. Sechs hochrangige Manager werden angeklagt.

Volkswagen und das US-Justizministerium haben sich im Dieselskandal auf Strafzahlungen über 4,3 Milliarden Dollar (4,1 Mrd Euro) geeinigt. Einen entsprechenden Vergleich mit einem Schuldbekenntnis des Konzerns bestätigte das Ministerium in Washington.

VW zahlt im Einzelnen bei dem Vergleich 2,8 Milliarden Dollar, um strafrechtliche Ermittlungen wegen Manipulationen von Abgaswerten zahlreicher Dieselautos beizulegen. Darüber hinaus werden weitere zivilrechtliche Bußgelder von 1,5 Milliarden Dollar fällig.

Nach dem zugleich veröffentlichten Gerichtsdokument räumt VW den Betrug an Behörden und Kunden über die Emissionen von knapp einer halben Million Dieselfahrzeugen von Mai 2006 bis November 2015 ein. Das Unternehmen bekenne sich der Verschwörung und der Behinderung der US-Justiz schuldig.

VW-Konzern muss 4,3 Milliarden Dollar Strafe zahlen
tagesschau 20:00 Uhr, 11.01.2017, Jörg Ihßen, NDR

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Bedauern - "zutiefst und aufrichtig"

Zudem wurden Strafanzeigen gegen sechs VW-Manager bekanntgegeben. Verantwortlich seien Manager unterhalb der Vorstandsebene. VW-Chef Matthias Müller erklärte: "Volkswagen bedauert die Handlungen, die zur Dieselkrise geführt haben, zutiefst und aufrichtig."

Das US-Justizministerium hatte den Wolfsburger Konzern vor fast genau einem Jahr verklagt wegen des Verstoßes gegen das Luftreinhaltegesetz. Volkswagen hatte im September 2015 die Manipulation von elf Millionen Autos weltweit zugegeben, darunter knapp eine halbe Million Fahrzeuge in den USA. Dort war der Skandal auch aufgedeckt worden.

Eine illegale Software sorgte dafür, dass Grenzwerte für gesundheitsschädliches Stickoxid nur auf dem Prüfstand eingehalten werden. Im normalen Straßenverkehr liegen sie um ein Vielfaches höher.

VW hatte in den USA bereits einen zivilrechtlichen Vergleich mit Klägern und Behörden erzielt. Dieser sah unter anderem Rückkäufe von Autos, Entschädigungen und Reparaturen vor. VW kann dieser Vergleich mehr als 16 Milliarden Dollar kosten.

Milliardenstrafe im VW-Abgasskandal in den USA
M. Buttler, ARD Washington
12.01.2017 06:42 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 11. Januar 2017 um 20:00 Uhr.

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