Eine VW-Niederlassung in Düsseldorf | Bildquelle: AFP

Skandal um manipulierte Abgaswerte 540.000 VW sind "Schwerstfälle"

Stand: 09.11.2015 17:07 Uhr

Insgesamt 2,4 Millionen Autos muss VW deutschlandweit wegen des Abgasskandals zurückrufen. Doch mit einem einfachen Software-Update dürfte es in Hunderttausenden Fällen nicht getan sein. Das Kraftfahrtbundesamt rechnet mit 540.000 Fällen, in denen größere technische Änderungen nötig sind.

Welche genau muss an den VW-Fahrzeugen um- oder eingebaut werden, was kommt auf VW-Kunden in der Diesel-Affäre zu? Noch sind viele Details unklar. Beim größten Rückruf der Firmengeschichte ab Januar 2016 reicht ein reines Software-Update in Hunderttausenden Fällen jedenfalls nicht aus.

Das Kraftfahrtbundesamt geht davon aus, dass bei 540.000 Diesel-Fahrzeugen in Deutschland größere technische Änderungen als nur ein Austausch der manipulierten Software nötig sind. Das teilte das Bundesverkehrsministerium mit. Die Rahmenbedingungen für diese Hardware-Änderungen sollen den betroffenen Wagenhaltern von Volkswagen mitgeteilt werden.

Hintergrund ist der vom KBA angeordnete verbindliche Rückruf für insgesamt 2,4 Millionen Fahrzeuge, der Anfang 2016 beginnen soll. Dabei geht es um verschiedene Modelle. VW hatte bereits mitgeteilt, dass für Autos mit 2,0 Litern Hubraum reine Software-Lösungen reichen sollen. Bei anderen Modellen sind darüber hinaus Anpassungen in der Motortechnik nötig - also Eingriffe nicht nur über die Programmierung.

Einkaufsgutscheine für US-Kunden

Seinen vom Abgas-Skandal betroffenen Kunden in den USA bietet VW Einkaufsgutscheine in Höhe von 1000 Dollar an. Der Konzern veröffentlichte eine Offerte, wonach Besitzer der von Manipulation betroffenen Diesel-Autos mit 2,0-Liter-Motoren einen Gutschein über 500 Dollar an, weitere 500 Dollar können bei VW-Autohäusern eingelöst werden. Durch das "Goodwill-Paket" soll laut VW-USA-Chef Michael Horn ein erster Schritt gemacht werden, um das Vertrauen der Kunden zurückzugewinnen.

Thorsten Hapke, NDR, zur Sitzung des VW-Aufsichtsrats
tagesschau 16:00 Uhr, 09.11.2015

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Aufsichtsrat tagt

Volkswagen steht wegen manipulierter Abgaswerte seit Wochen stark unter Druck. Im September musste der Konzern zugeben, dass bei rund elf Millionen Dieselfahrzeugen weltweit Software eingesetzt wurde, die den Ausstoß von Stickoxiden im Testbetrieb als zu niedrig auswies. Vergangene Woche gestand das Unternehmen zudem ein, dass bei rund 800.000 Autos der tatsächliche Ausstoß von klimaschädlichem Kohlendioxid höher ist als angegeben.

Viel zu bereden gibt es daher heute im VW-Aufsichtsrat. Am Morgen hatte bereits das dem 20-köpfigen Aufsichtsrat vorgeschaltete Präsidium beraten. Der geplante Beginn der Aufsichtsratssitzung verzögerte sich. Grund dafür war zum einen die deutlich längere Präsidiumssitzung und zum anderen erhöhter Redebedarf bei den anschließenden Vorbesprechungen der Aufsichtsratsmitglieder.

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