Gerichtszeichnung: Urteilsverkündung Oliver Schmidt/VW | Bildquelle: Gerichtszeichnung/Carole Kabrin

Nach Verurteilung in den USA Ex-VW-Manager klagt gegen Kündigung

Stand: 09.01.2018 16:09 Uhr

Der in den USA inhaftierte Ex-VW-Manager Schmidt wehrt sich gegen die fristlose Kündigung durch den Konzern. Das Braunschweiger Arbeitsgericht bestätigte eine BR-Recherche, wonach dort eine Klage Schmidts gegen die Entlassung eingegangen ist.

Von Arne Meyer-Fünffinger, BR

Am 6. Dezember hatte ein Gericht in Detroit Schmidt zu sieben Jahren Gefängnis und zu einer Geldstrafe in Höhe von 400.000 US-Dollar verurteilt - wegen seiner Verwicklungen in den Diesel-Skandal. Fast zwei Wochen später, am 19. Dezember, stellte ihm Volkswagen im Gefängnis per Boten eine außerordentliche fristlose Kündigung zu.

Klage bei Gericht

Dagegen hat der frühere VW-Manager nun beim Arbeitsgericht Braunschweig Klage eingereicht. Das Gericht bestätigte einen entsprechenden Bericht von BR Recherche. Als nächstes werde ein Gütetermin stattfinden, wie er in einem solchen Verfahren üblich sei, so eine Sprecherin. Darin werde geprüft, ob es eventuell einen Vergleich geben könnte. Wann dieser Termin stattfinde, sei noch unklar.

Der frühere VW-Manager hält die Kündigung nach den Worten seines Arbeitsrechtsanwalts, der zum jetzigen Zeitpunkt nicht namentlich genannt werden möchte, für rechtswidrig. "Herr Schmidt hat sich nach seinem Verständnis loyal gegenüber Volkswagen verhalten und ausschließlich im Rahmen der ihm von VW erteilten arbeitgeberseitigen Weisungen gehandelt", erklärte der Jurist. "Dass er nun die fristlose Kündigung erhält, offenbar weil er die ihm erteilten Weisungen befolgt hat, ruft in Herrn Schmidt verständlicherweise das Gefühl hervor, ungerecht behandelt zu werden."

Anwalt: Gute Erfolgsaussichten

Die Erfolgsaussichten für die Klage schätzt der Anwalt für gut ein. "Volkswagen dürfte es, sofern es tatsächlich zu einem streitigen Vortrag im Gerichtsverfahren kommt, wenn überhaupt nur sehr schwer gelingen, das Gericht von der Wirksamkeit der gegenständlichen Kündigung zu überzeugen, nicht zuletzt weil Herr Schmidt zum Beweis für seine Sicht der Dinge auch eine Vielzahl von Zeugen wird benennen können."

Der Volkswagen-Konzern äußerte sich zu den jüngsten Entwicklungen nicht. "Vor dem Hintergrund des laufenden arbeitsrechtlichen Verfahrens kommentieren wir die Berichterstattung nicht", hieß es lediglich aus Wolfsburg.

Der 49-jährige Schmidt war 20 Jahre für den Konzern tätig und von März 2012 bis Februar 2015 in den USA dafür zuständig, Zulassungsfragen mit den dortigen Umweltbehörden zu regeln. Im Januar 2017 war er während einer USA-Reise auf dem Flughafen von Miami festgenommen worden.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 09. Januar 2018 um 13:24 Uhr.

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