Blick auf das venezolanische Ölfeld in Morichal  | Bildquelle: picture alliance / dpa

Chefwechsel bei PDVSA General soll Venezuelas Ölkonzern säubern

Stand: 27.11.2017 04:07 Uhr

Venezuelas Präsident Maduro reagiert auf die Serie von Korruptionsfällen im Ölsektor des Landes. Er ernannte einen General zum Ölminister und zugleich zum Chef des staatlichen Ölkonzerns. Er soll "aufräumen" und die Produktion steigern.

Mit einem Wechsel an der Spitze des staatlichen Energiekonzern PDVSA geht Venezuelas Präsident Nicolas Maduro gegen die Serie von Korruptionsskandalen im Ölsektor des Landes vor. "Die Zeit ist reif für eine neue Ölrevolution", sagte der Präsident und ernannte General Manuel Quevedo zum neuen PDVSA-Chef und zugleich zum neuen Öl- und Bergbauminister. Bisher war Quevedo Wohnungsbauminister.

Der ranghohe Militär werde den Ölkonzern säubern und die Korruption beenden, kündigte Maduro im Fernsehen an. Er habe Quevedo beauftragt, bei PDVSA "aufzuräumen", den Staatskonzern vollständig umzustrukturieren sowie die Ölproduktion zu steigern und dafür zu sorgen, dass Tankstellen mehr Benzin erhalten. Wie der General dieses Ziel erreichen soll, ließ Maduro allerdings offen.

Rezession und Versorgungsengpässe

Venezuelas Staatspräsident Maduro bei einer Fernsehansprache | Bildquelle: dpa
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Venezuelas Opposition macht Staatspräsident Maduro für die Probleme des Landes verantwortlich.

Venezuela steckt in einer tiefen Rezession und leidet unter Versorgungsengpässen. Aufgrund des Devisenmangels fehlt es in Venezuela an Lebensmitteln, Medikamenten und Dingen des täglichen Bedarfs. Die Opposition macht den Staatschef für die Misere verantwortlich. Bei Massenprotesten gegen die Regierung kam es zu gewaltsamen Auseinandesetzungen. Dabei wurden zwischen April und Juli 125 Menschen getötet.

Zudem hat das OPEC-Mitglied wegen US-Sanktionen nur einen eingeschränkten Zugang zu internationalen Banken. Etwa 95 Prozent von Venezuelas Deviseneinnahmen stammen aus dem Ölexport. Wichtigster Abnehmer sind trotz der politischen Spannungen die USA. Wegen jahrelangen Missmanagements und fehlender Investitionen in Förder- und Raffinerietechnik war die Produktion zuletzt allerdings stark zurückgegangen.

Dutzende PDVSA-Mitarbeiter festgenommen

Die Ernennung Quevedos fällt zudem in eine Zeit anhaltender Korruptionsskandale. Allein in diesem Jahr waren bereits etwa 60 PDVSA-Mitarbeiter festgenommen worden, darunter viele führende Manager des Konzerns. Erst in der vergangenen Woche waren der geschäftsführende Präsident der US-Tochtergesellschaft Citgo, José Pereira, und fünf seiner Vizepräsidenten wegen des Verdachts der Veruntreuung festgesetzt worden.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 27. November 2017 um 06:00 Uhr.

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