Tesla Model 3  | Bildquelle: dpa

Elektroauto-Hersteller Tesla Umsatz verdoppelt - Angestellte verärgert

Stand: 03.08.2017 01:31 Uhr

Euphorie an der Börse: Tesla kann in seiner Halbjahresbilanz hervorragende Umsatzzahlen vorweisen. Die immer größeren Verluste scheinen da nicht zu stören. Ärger gibt es hingegen mit den vergleichsweise schlecht bezahlten Angestellten.

Der Elektroauto-Hersteller Tesla hat seinen Umsatz im abgelaufenen Quartal mehr als verdoppelt. Die Erlöse kletterten verglichen mit dem Vorjahr um 120 Prozent auf 2,79 Milliarden Dollar.

Gleichwohl schreibt Tesla weiter rote Zahlen: Der Verlust weitete sich von 293,2 Millionen Dollar auf 336,4 Millionen Dollar aus. Die Vorbereitung auf den Start des Mittelklassewagens Model 3 kostete Tesla zuletzt viel Geld. Am 30. Juni saß das Unternehmen auf Barbeständen von rund drei Milliarden Dollar nach vier Milliarden Dollar zum Ende des Vorquartals. An den Börsen wurden die Zahlen trotzdem begeistert aufgenommen: Die Tesla-Aktie kletterte nachbörslich um fünf Prozent.

Tesla hatte seine Absatzprognosen für das erste Halbjahr gerade so eingehalten. Der Konzern des Milliardärs Elon Musk lieferte gut 47.000 Fahrzeuge des Model S und Model X aus. Die eigene Vorhersage hatte bei 47.000 bis 50.000 gelegen. Eine Unterversorgung mit neuen Batterien hatte den Fahrzeugbau bis Juni beeinträchtigt.

Für das zweite Halbjahr nahm sich Tesla mehr vor. Für Model 3 gibt es mehr als eine halbe Million Vorbestellungen. Am Freitag hatte das Unternehmen die ersten 30 Autos an Mitarbeiter vor dem Werk im kalifornischen Fremont ausgeliefert. Sollte Tesla tatsächlich 500.000 Fahrzeuge pro Jahr produzieren und absetzen, würde das US-Unternehmen wahrscheinlich Hersteller wie BMW, Mercedes oder Lexus in den USA hinter sich lassen.

Tesla-Chef Elon Musk sprichtauf dem Fabrikgelände in Fremont, Kalifornien, bei der Übergabe des ersten Model 3. | Bildquelle: dpa
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Tesla-Chef Elon Musk spricht auf dem Fabrikgelände in Kalifornien bei der Übergabe des ersten Model 3.

Tesla-Beschäftigte unzufrieden mit Arbeitsbedingungen

Allerdings sieht sich Tesla inmitten der ersten Model-3-Auslieferungsphase mit wachsenden Beschwerden von Beschäftigten über die Löhne und Arbeitsbedingungen konfrontiert. In einem Brief an den Verwaltungsrat des Unternehmens forderten jetzt Angestellte Auskunft über die Pläne für ihre Gehaltsentwicklung, die Voraussetzungen für Beförderungen und über Arbeitsschutzmaßnahmen. Die US-Automobilgewerkschaft UAW plant die Gründung einer Filiale in der Tesla-Fabrik im kalifornischen Fremont. In ihrem Brief verlangen die Beschäftigten auch eine Zusage, dass sie nicht Opfer von Repressalien werden, wenn sie versuchen, eine Gewerkschaftsniederlassung zu gründen.

Die Löhne in der Tesla-Fabrik sind vergleichsweise gering. Das Startgehalt liegt bei 18 Dollar (rund 15,20 Euro) pro Stunde. Der landesweite Durchschnittslohn in der Autobranche beträgt 25,58 Dollar.

Es gibt außerdem viele Beschwerden über Arbeitsunfälle. Die Beschäftigen seien es leid, dass es ständig vermeidbare Unfälle in der Fabrik gebe, sagte Michael Catura, einer der Unterzeichner des Schreibens. Dies senke die Moral und sei "traumatisierend".

Angestellte des Elektroauto-Herstellers Tesla sind verärgert
Marcus Schuler, Silicon Valley
03.08.2017 06:58 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 03. August 2017 um 04:55 Uhr.

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