Anton Schlecker und Meike Schlecker | Bildquelle: dpa

Nach Drogeriemarkt-Insolvenz Bewährung für Anton Schlecker, Haft für Kinder

Stand: 27.11.2017 13:58 Uhr

Im Prozess gegen den insolventen Drogeriegründer Anton Schlecker hat das Landgericht Stuttgart eine zweijährige Bewährungsstrafe verhängt. Seine beiden Kinder Lars und Meike dagegen müssen für jeweils mehr als zweieinhalb Jahre in Haft.

Der ehemalige Drogerieunternehmer Anton Schlecker muss nicht ins Gefängnis. Das Landgericht Stuttgart verurteilte den 73-Jährigen wegen vorsätzlichen Bankrotts zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe und einer Geldstrafe von 54.000 Euro. Schleckers Kinder Lars und Meike wurden dagegen zu Haftstrafen von zwei Jahren und acht Monaten beziehunsgsweise zwei Jahren und neun Monaten verurteilt, unter anderem wegen Insolvenzverschleppung, Untreue und Beihilfe zum Bankrott.

Den Schlecker-Kindern hatte die Tochterfirma LDG gehört, über die Schlecker die gesamte Logistik der Drogeriefilialen abwickelte. Über diese Firma wiesen sie laut Anklage Zahlungen an, obwohl die Zahlungsunfähigkeit längst klar war. Meike und Lars Schlecker sollen sich laut Anklage zudem Millionenbeträge als Gewinne auszahlen lassen haben, obwohl die LDG eigentlich Verluste erwirtschaftet hat. Außerdem hätten sie den Insolvenzantrag nicht rechtzeitig gestellt.

Bewährung für Anton Schlecker - Haftstrafen für die Kinder
tagesschau 17:00 Uhr, 27.11.2017, Christoph Kehlbach, SWR

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Die Staatsanwaltschaft hatte drei Jahre Haft für Anton Schlecker gefordert sowie 34 Monate Haft für Lars und 32 Monate für Meike. Sie sah es als erwiesen an, dass Schlecker als Eigentümer der gleichnamigen Drogeriekette in den Monaten vor der Pleite Vermögen in Millionenhöhe zugunsten seiner Familie beiseite geschafft hatte - Geld, das den Gläubigern am Ende fehlte. Sein Verteidiger hatte die Forderung als überzogen bezeichnet.

Insolvenz vor fünf Jahren

Die einst größte deutsche Drogeriekette hatte im Januar 2012 nach jahrelangen Verlusten Insolvenz angemeldet. In dem Prozess ging es im Kern darum, wann Schlecker die drohende Pleite kommen sah. Von diesem Zeitpunkt an hätte er dem Unternehmen kein Geld mehr entziehen dürfen. Als sogenannter Einzelkaufmann haftete er mit seinem privaten Vermögen für das Unternehmen. Das Verfahren gegen Schleckers Frau Christa war eingestellt worden. Auch sie war wegen Beihilfe zum Bankrott angeklagt.

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Mitte November hatten Schlecker und seine Kinder noch einmal vier Millionen Euro an den Insolvenzverwalter gezahlt, die in die Insolvenzmasse fließen sollten - als Wiedergutmachung des Schadens. Zuvor hatte die Familie bereits zehn Millionen Euro an den Verwalter überwiesen. Die Gläubiger hatten laut früheren Angaben insgesamt mehr als eine Milliarde Euro an Forderungen angemeldet.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 27. November 2017 um 13:00 Uhr und um 14:00 Uhr.

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