Opel- und Peugeot-Logos | Bildquelle: REUTERS

Peugeot kauft Opel Bundesregierung pocht auf Transparenz

Stand: 06.03.2017 11:28 Uhr

Peugeot kauft Opel - jetzt geht es um den Übernahmeprozess: Die Bundesregierung und die Länder mit Opel-Standorten fordern Einblick in die Verträge für die Arbeitnehmervertreter. PSA-Chef Tavares will Milliarden einsparen, er gibt keine Zusagen für die dauerhafte Erhaltung von Fabriken.

Nach dem Verkauf von Opel an den französischen Autokonzern PSA Peugeot Citroën haben deutsche Politiker Transparenz gegenüber den Arbeitnehmern im weiteren Übernahmeprozess angemahnt. Die verkündete Übernahme begrüßten sie als "ersten Schritt, um in Europa einen europäischen Global Player durch den Zusammenschluss von Opel/Vauxhall und PSA auf den Weg zu bringen", erklärten Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries und die Ministerpräsidenten der Bundesländer mit Opel-Standorten. Es sei gut, dass es Zusagen von PSA gebe, die bestehenden Verträge über Standorte, Beschäftigung und Investitionen zu erhalten und Opel sowie die britische Schwester Vauxhall als eigenständige Marke fortzuführen.

Nach der Vertragsunterzeichnung stünden nun aber weitere wichtige Schritte an. "Die Verträge müssen intensiv geprüft werden, insbesondere von den Vertretern der Arbeitnehmer", forderten Bund und Länder. "In dem nun folgenden Prozess muss Transparenz sichergestellt werden." Es müsse gewährleistet sein, dass das europäische Management von Opel/Vauxhall, der Gesamtbetriebsrat und der europäische Betriebsrat in vollem Umfang in die weiteren Gespräche einbezogen werden. Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries will sich am Mittag ausführlicher zum Verkauf von Opel an PSA äußern.

Opel-Verkauf an Peugeot jetzt offiziell
tagesschau 20:00 Uhr, 06.03.2017, Andreas Clarysse, HR

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Kein Versprechen für Fabrikerhaltung

Allerdings: PSA-Chef Carlos Tavares hatte der Bundesregierung lediglich eine Beschäftigungsgarantie für die deutschen Arbeitnehmer bis Ende 2018 gegeben. Was danach passiert, ist jedoch nicht klar. Denn Tavares will bis zum Jahr 2026 nach der Übernahme von Opel insgesamt 1,7 Milliarden Euro jährlich einsparen. "Wir glauben, dass wir mit diesem Deal die Effizienz auf ein höheres Level bringen können", sagte er in einer Telefonkonferenz für Analysten. Eine Garantie für den langfristigen Erhalt von Fabriken gibt er nicht: Mit Blick auf befürchtete Werksschließungen sagte er, "wir vertrauen Menschen und ihrer Fähigkeit, sich zu verbessern." Er sei sicher, "dass die deutschen und britischen Fabriken am Ende nicht weniger effizient sein wollen als die französischen Fabriken". Das bekräftigte er auch in einer Pressekonferenz in Paris: "Das einzige, was uns beschützt, ist Leistung." Nach jahrelang roten Zahlen soll Opel im PSA-Konzern bis 2020 profitabel werden. Dafür soll es einen Drei-Jahres-Plan geben.

Tavares warb auch für eine konstruktive Zusammenarbeit mit den Gewerkschaften. PSA kämpfe nicht mit den Gewerkschaften. Allerdings wies er deutlich darauf hin, dass "ein Unternehmen, das seit zehn Jahren in den roten Zahlen ist" ein Problem darstelle, das gelöst werden müsse. "Und ich denke, dass Gewerkschaftsführer weise sind und verstehen, dass die aktuelle Situation nicht tragfähig ist." Tavares verwies darauf, dass Opel seine Sanierung weitgehend selbst gestalten müsse: "Die Kehrtwende von Opel muss von den Opel-Leuten und dem Opel-Management geschaffen und umgesetzt werden."

Tavares will bei Opel mit dem bisherigen Chef Karl-Thomas Neumann weiterarbeiten. Er lobte dessen "exzellente Arbeit". Neumann selbst sieht in der Übernahme neue Wachstumschancen. "Heute ist ein historischer Tag für Opel und Vauxhall." Opel werde nach Abschluss der Transaktion "ein integraler Teil der PSA-Gruppe": "Wir würden von der neuen Größe profitieren, aber auch von einer gemeinsamen Fahrzeugentwicklung und der Stärke zweier Unternehmen mit hoch motivierten und hoch qualifizierten Mitarbeitern."

Arbeitnehmervertreter fordern Verhandlung

Die Arbeitnehmervertreter forderten nach der Verkündung der Übernahme einen "geordneten Verhandlungsprozess mit allen Beteiligten". Dies sei wichtig, "um die Marken Opel/Vauxhall sowie das Unternehmen zu schützen, vor weiterem Schaden zu bewahren und erfolgreich in die Zukunft zu führen", erklärten der Gesamtbetriebsrat, der Betriebsrat Bochum und die IG Metall. In Deutschland waren im Vorfeld Sorgen um die Jobs der rund 18.250 Opel-Mitarbeiter hierzulande laut geworden.

"Um eine größtmögliche Eigenständigkeit der Marke und des Unternehmens sicherzustellen, haben wir durchgesetzt, dass alle von der Transaktion betroffenen Opel-Gesellschaften unter eine Gesellschaft zusammengeführt werden", erklärte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Wolfgang Schäfer-Klug. Er betonte, dass auch nach dem Verkauf "die umfassende Unternehmensmitbestimmung" erhalten bleibe. Alle Tarif- und Betriebsvereinbarungen seien im Vertrag festgeschrieben, hieß es in der gemeinsamen Erklärung der Arbeitnehmervertreter weiter. Der Opel-Betriebsrat macht seine Zustimmung zum Verkauf der GM-Tochter an Peugeot von einem Zukunftsplan abhängig.

PSA will zum zweitgrößten Player in Europa aufsteigen

Nach langen Verhandlungen hatte sich der französische Autokonzern PSA mit dem US-Unternehmen General Motors (GM) auf die Übernahme des Autobauers Opel geeinigt. Der Kaufpreis für die GM-Europasparte mit den Marken Opel und Vauxhall liegt bei 1,3 Milliarden Euro, wie die Unternehmen in Paris mitteilten. PSA mit seinen bisherigen Marken Peugeot, Citroën und DS will damit zum zweitgrößten Automobilhersteller in Europa hinter Volkswagen aufsteigen.

Weitere 900 Millionen Euro erhält GM für das europäische Geschäft des Absatzfinanzierers GM Financial, das Peugeot zusammen mit der französischen Bank BNP Paribas übernimmt. GM Financial ist ein Finanzdienstleister, der private und insitutionelle Autokäufer berät und Finanzierungsmodelle anbietet. Das gesamte Transaktionsvolumen liegt damit bei 2,2 Milliarden Euro; 1,8 Milliarden davon trägt Peugeot, rund 400 Millionen die Pariser Bank.

Die Wettbewerbshüter müssen der Übernahme der GM-Europasparte mit den Marken Opel und Vauxhall noch zustimmen. Bis Ende des Jahres soll das Geschäft unter Dach und Fach sein.

PSA übernimmt Opel für 1,3 Milliarden Euro
M. Wagner, ARD Paris
06.03.2017 10:06 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 06. März 2017 um 12:00 Uhr.

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