Kontrolle am Flughafen Dresden | Bildquelle: picture alliance / dpa

Kontrollen am Flughafen Sicherheitscheck - Bund soll zuzahlen

Stand: 02.02.2017 13:07 Uhr

Wegen steigender Terrorgefahr kosten Sicherheitskontrollen an Flughäfen immer mehr Geld. Die Fluggesellschaften trugen das bisher allein. Jetzt wollen sie den Bund in die Pflicht nehmen - so wie das in anderen Ländern der Fall ist.

Die Fluggesellschaften wollen die Sicherheitskontrollen an den deutschen Flughäfen künftig nicht mehr allein bezahlen. Der Bund soll sich deutlich stärker an den Kosten beteiligen, fordert der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL).

Unter anderem für die Gepäck- und Passagierkontrollen hätten die Fluggesellschaften im vergangenen Jahr 594 Millionen Euro gezahlt, sagt der neue BDL-Präsident und Frankfurter Flughafenchef Stefan Schulte. Seine Kritik: Anders als beispielsweise in den USA, Spanien oder Italien würden in Deutschland die Luftsicherheitskosten den Airlines voll in Rechnung gestellt.

Nachteil für Standort Deutschland

Die Gebühren werden zwar über die Ticketpreise an die Passagiere weitergereicht, belasten laut BDL aber dennoch den Luftverkehrsstandort Deutschland. In den USA müssten die Airlines nur etwa ein Drittel der Sicherheitskosten tragen. Schulte erklärt:

"Die Aufgaben der Gefahrenabwehr und der Terrorbekämpfung sind immer mehr zu einer gesamtgesellschaftlichen Aufgabe geworden. Aus diesem Grund sollten die Kontrollen zu einem erheblichen Teil vom Staat getragen werden."

Die deutschen Fluggesellschaften und Flughäfen fallen nach Ansicht des BDL wegen der hohen Kostenbelastungen international zurück. Die Airlines seien 2016 zwar noch um 1,4 Prozent gewachsen, damit aber deutlich hinter den internationalen Steigerungen geblieben. Weltweit legten die Airlines laut BDL 6,3 Prozent zu, in Europa 4,6 Prozent. Der Anteil deutscher Airlines im Heimatmarkt sei weiter auf zuletzt 62,3 Prozent zurückgegangen.

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