Weltbank in Washington

Nach Zustimmung der USA Die Weltbank bekommt mehr Geld

Stand: 22.04.2018 04:31 Uhr

Die Anteilseigner der Weltbank haben einer Kapitalerhöhung über 13 Milliarden Dollar zugestimmt. Im Gegenzug gibt es neue Regeln für die Kreditvergabe - ein Zugeständnis vor allem an die USA.

Die USA haben ihre Bedenken aufgegeben: Die Weltbank kann jetzt mit einer kräftigen Kapitalerhöhung rechnen. Es geht um 13 Milliarden Dollar. Die Kapitalerhöhung ist Teil einer umfassenden Reform der Bank. Sie wird schon länger diskutiert. Bislang hatten aber vor allem die USA gezögert, der Reform zuzustimmen.

Mit der Reform soll die Weltbank effizienter werden. Dazu werden Verwaltungskosten gesenkt und Kreditprogramme überarbeitet. Die Bank will verstärkt Programme auflegen, mit denen in Entwicklungsländern private Investitionen angeschoben werden.

US-Finanzminister Mnuchin | Bildquelle: AP
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US-Finanzminister Mnuchin forderte auf der Frühjahrssitzung von Weltbank und IWF, mehr Entwicklungskredite an ärmere Länder zu vergeben.

Ausrichtung auf die ärmsten Nationen

Für die Trump-Regierung ging es besonders um die Frage, wer von den Weltbank-Krediten profitiert. Finanzminister Steven Mnuchin sagte, die Bank müsse den ärmsten Nationen helfen, weniger aufstrebenden Ländern wie China. Nun, habe es Fortschritte gegeben - darum habe die USA ihre Bedenken gegen die Kapitalerhöhung aufgegeben. Die USA haben eine Sperrminorität und können damit Entscheidungen bei der Weltbank verhindern.

Mit der Reform soll sich der Fokus der Weltbank jetzt hin zu ärmeren Ländern ändern. Künftig sollen diese insbesondere darin unterstützt werden, Herausforderungen wie dem Klimawandel, Flüchtlinge und Pandemien zu bewältigen.

Chinas stellvertretender Finanzminister Zhu Guangyao erklärte, Peking unterstütze die Kapitalerhöhung der Weltbank, habe aber Bedenken wegen der neuen Kreditregelungen. Die Regierung hoffe, dass die Weltbank die unterschiedlichen Voraussetzungen der einzelnen Länder bei der Kreditvergabe berücksichtigen werde.

Mehr Effizienz, mehr private Investitionen

Auch Deutschland trägt die Kapitalerhöhung mit. Gemäß dem deutschen Anteil von fünf Prozent liegen die Kosten bei rund 550 Millionen Euro.

Weltbank-Präsident Jim Yong Kim sprach von einer "historischen Vereinbarung". Die Mitglieder hätten damit ihr "erneuertes Vertrauen in die globale Kooperation" zum Ausdruck gebracht. Die Kapitalerhöhung soll bei der nächsten Weltbank-Tagung im Herbst endgültig beschlossen werden.

Mit Informationen von Jan Bösche, ARD-Studio Washington

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 22. April 2018 um 03:15 Uhr.

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