Sigmar Gabriel  | Bildquelle: dpa

Prognose zur Wirtschaft 2017 Robust - trotz Trump und Brexit

Stand: 25.01.2017 17:17 Uhr

Mehr Jobs und steigende Löhne: Der Jahreswirtschaftsbericht der Bundesregierung sagt für 2017 eine robuste Konjunktur voraus, trotz Trump- und Brexit-Sorgen. Wirtschaftsminister Gabriel warnte allerdings vor Protektionismus: "Abschottung macht alle ärmer."

Die Bundesregierung geht davon aus, dass sich in diesem Jahr die gute Lage am Arbeitsmarkt fortsetzen wird. Im Jahreswirtschaftsbericht, den das Kabinett jetzt beschlossen hat, heißt es, die Zahl der Erwerbstätigen werde sich nochmals um 320.000 auf mehr als 43,8 Millionen Menschen erhöhen. Die Arbeitslosenquote dürfte sich bei 6 Prozent stabilisieren.

Die deutsche Wirtschaft wird dem Bericht zufolge in diesem Jahr etwas langsamer wachsen als 2016. Die Bundesregierung rechnet mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 1,4 Prozent. 2016 war die Wirtschaftsleistung noch um 1,9 Prozent gestiegen. Die Differenz ist zu einem guten Teil dem Umstand geschuldet, dass es in diesem Jahr drei Arbeitstage weniger gibt.

"Wachstum für alle"

"Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einer sehr guten Verfassung", sagte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel. Der Minister bezeichnete das erwartete Wachstumsplus als ein "Wachstum für alle". Dazu habe der Mindestlohn beigetragen, der die Einkommenssituation von vier Millionen Arbeitnehmern im Niedriglohnbereich verbessert habe.

Die Bruttoverdienste dürften dem Bericht zufolge wie im vergangenen Jahr um 2,5 Prozent steigen. "Auf dieser guten Entwicklung dürfen wir uns jedoch nicht ausruhen", mahnte Gabriel. Nötig sei ein "massiver und mutiger Innovationspakt". Nur so werde die "Wettbewerbsfähigkeit am Standort Deutschland" gesichert.

Die Exporte sollen mit 2,8 Prozent etwas stärker wachsen als 2016. Mit Blick auf den Kurs von US-Präsident Donald Trump warnte Gabriel vor Abschottung: "Deutschland als weltweit verflochtenes Land ist auf offene Märkte und freien Handel fundamental angewiesen. Der weltweit spürbare Hang zum Protektionismus, wie er aus der Brexit-Entscheidung und den Äußerungen des neuen amerikanischen Präsidenten spricht, ist der falsche Weg. Denn Abschottung macht alle ärmer."

Neue Chancen für deutsche Wirtschaft?

Zugleich erklärte Gabriel, dass es keinen Grund gebe, "angesichts der veränderten Rahmenbedingungen in Angst oder Panik oder gar Unterwürfigkeit zu verfallen." Die deutsche Exportstruktur sei breit aufgestellt. Sollten sich die USA mit Importzöllen und der Absage an Freihandelsabkommen abschotten, würden sich auch neue Räume öffnen für die deutsche Wirtschaft. Diese müssten selbstbewusst genutzt werden. China, Indien und anderen asiatischen Staaten müsse signalisiert werden, dass Deutschland den Weg der Abschottung nicht mitgehe und faire Handelsbeziehungen anbiete.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 25. Januar 2017 um 17:00 Uhr.

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