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Hohe Abschreibungen im dritten Quartal Rekordverlust für E.on

Stand: 09.11.2016 13:14 Uhr

Es ist einer der größten Quartalsverluste in der deutschen Wirtschaftsgeschichte: 6,4 Milliarden Euro hat der Energiekonzern E.on von Juli bis September verbrannt - seit Anfang 2015 türmen sich die Verluste sogar auf rund 16 Milliarden. Wie kann das sein?

Der Energiekonzern E.on hat im dritten Quartal einen Rekordverlust von 6,4 Milliarden Euro erlitten. Für den Zeitraum von Januar bis September ergibt sich damit sogar ein Minus von 9,3 Milliarden Euro - zusätzlich zu den rund sieben Milliarden Euro, die E.on bereits 2015 verbrannt hatte.

Der Dax-Konzern zahlt damit den Preis dafür, dass er sich jahrelang sehr viel vermögender dargestellt hat, als er in Wirklichkeit war. Hintergrund: Im September hatte E.on seine erst vor wenigen Monaten abgespaltene Tochter Uniper an die Börse gebracht. In die neue Gesellschaft wurden vor allem jene Geschäftsbereiche gesteckt, die Experten für wenig zukunftsträchtig halten - darunter die Kohlekraftwerke.

Was die "bereinigten" Zahlen wert sind ...

Im Zuge der Abspaltung zeigt sich nun, dass die betroffenen Sparten in den Bilanzen von E.on völlig überteuert ausgewiesen wurden. Darum müssen die vermeintlichen Vermögenswerte nun Stück für Stück abgeschrieben werden, was zu den gigantischen Verlusten führt - auch wenn E.on nach eigener Darstellung im Tagesgeschäft profitabel arbeitet. So werde für dieses Jahr ein "bereinigter" Konzernüberschuss von 0,6 bis 1,0 Milliarden Euro erwartet. Positive entwickelt sich das Geschäft demnach vor allem bei den erneuerbaren Energien.

Ein Ende der Verlustserie ist noch nicht absehbar. So kündigte E.on bei der Vorstellung der Zahlen für das dritte Quartal bereits weitere "Belastungen" im vierten Quartal an. Hintergrund ist der Atomausstieg. Hier hatte sich der Konzern jüngst mit der Bundesregierung auf die Verteilung der Kosten verständigt. Die Einigung führe nun dazu, dass die Rückstellungen für den Abriss der Kernkraftwerke "neu bewertet" werden müssten.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 09. November 2016 um 12:30 Uhr.

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