Franz Beckenbauer vor dem Logo des Senders Sky | Bildquelle: picture alliance / BREUEL-BILD

Rückzug als Fußballexperte Beckenbauer und Sky gehen getrennte Wege

Stand: 16.03.2016 20:33 Uhr

Nach heftiger Kritik an seiner Rolle bei der WM-Vergabe an Deutschland 2006 beendet Franz Beckenbauer seine Arbeit als Experte beim Sender Sky. Die Auflösung des Vertrages sei "einzig und allein" auf seinen Wunsch hin erfolgt, sagte der 70-Jährige.

Franz Beckenbauer wird künftig nicht mehr als Fußballexperte für den Bezahlsender Sky arbeiten. Der frühere Präsident des FC Bayern München habe sich "nach den turbulenten Ereignissen der letzten Monate" entschieden, seinen Vertrag mit Sky vorzeitig aufzulösen, teilte der Sender mit. Der Auftritt beim Rückspiel des FC Bayern München gegen Juventus Turin im Achtelfinale der UEFA Champions League werde Beckenbauers vorerst letzter sein.

Insgesamt hatte der Weltmeister von 1974 rund 25 Jahre für das Bezahlfernsehen gearbeitet. "Ich bin jetzt 70 Jahre alt, stehe seit über 50 Jahren in der Öffentlichkeit und bin für den Fußball - ob als Spieler, Trainer oder Funktionär - zig Mal um die Welt gereist. Nach so langer Zeit möchte ich mir eine Pause gönnen", wurde Beckenbauer zitiert. Es sei "einzig und allein mein Wunsch gewesen, das Verhältnis aufzulösen", fügte er hinzu.

Wegen WM-Affäre in der Kritik

Zuletzt war er wegen seiner Verwicklung in die Affäre um die WM-Vergabe 2006 unter Druck geraten. So hatte Beckenbauer vor dem Zuschlag für Deutschland einen dubiosen Vertrag mit dem korrupten Weltverbands-Vizepräsidenten Jack Warner unterzeichnet. Zudem lief eine verdächtige Millionen-Zahlung im Jahr 2002, die letztlich in Katar landete, über eines seiner Konten.

Neben dem Wirbel um den WM-Skandal nannte Sky auch einen "schweren privaten Schicksalsschlag" als Grund für Beckenbauers Rückzug. Sein Sohn Stephan war im Vorjahr nach langer Krankheit gestorben. "Wir respektieren diesen Wunsch von Franz Beckenbauer und nehmen ihn mit Bedauern zur Kenntnis", sagte Sender-Chef Carsten Schmidt.

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