Der Service "Prime" von Amazon. | Bildquelle: dpa

Jahresgebühren von Amazon-Service Prime-Kunden zahlen künftig mehr

Stand: 08.11.2016 14:22 Uhr

Amazons Prime-Kunden haben einige Vorteile: Bestellungen werden kostenlos geliefert, Filme und Musik gibt's auf Abruf. Doch jetzt erhöht der Online-Versandhändler den vergleichsweise niedrigen Jahrespreis, der viele Kunden anlockte, um satte 40 Prozent.

Kunden von Amazons Service Prime müssen künftig deutlich mehr für das Angebot in Deutschland zahlen. Der Preis wird von 49 auf 69 Euro pro Jahr angehoben, wie Amazon mitteilte. Die Preissteigerung von etwa 40 Prozent gilt für alle Neukunden ab dem 1. Februar 2017. Wer Prime schon nutzt, muss bei einer Vertragsverlängerung ab dem 1. Juli 2017 den höheren Preis entrichten. Außerdem gibt es die Möglichkeit, Prime monatlich für 8,99 Euro zu abonnieren. Studenten zahlen künftig 34 Euro pro Jahr.

Angebot ausbauen = höhere Kosten

Zur Begründung nannte der Online-Versandhändler gestiegene Kosten, die durch den Ausbau des Angebots anfallen. "Da wir die Vorteile von Prime kontinuierlich erweitern, um der wachsenden Nachfrage der Kunden gerecht zu werden, sind auch die Kosten für die Bereitstellung dieser Services im Laufe der Jahre gestiegen", heißt es auf der Website des Unternehmens.

Nach eigenen Angaben handelt es sich um die zweite Preisanpassung seit Start des Angebots in Deutschland vor neun Jahren. Auch in den USA hob Amazon die Preise bereits an, er stieg 2014 von 79 auf 99 Dollar im Jahr. In Deutschland kostete Prime bei der Einführung 2007 lediglich 29 Euro jährlich, bot damals aber nur kostenlosen Versand.

Konkurrenz für Online-Videotheken

Für Amazon ist der Prime-Service ein wichtiges Element, um Kunden zu binden und sie dazu zu bringen, möglichst viele Produkte beim Online-Riesen zu kaufen. Das Angebot umfasst inzwischen nicht nur die schnelle, kostenlose Liferung von bestellten Artikeln - teils am selben Tag. Außerdem beinhaltet Prime den Zugang zur Online-Videothek des Unternehmens. Viele Filme und Serien stehen kostenlos zum Abruf bereit, auch Musik-Inhalte umfasst das Angebot.

Amazon setzt mit Prime nicht nur kleinere Online-Versandhändler unter Druck, sondern stellt eine direkte Konkurrenz für viele andere Video- und Musikstreaming-Dienste dar. Wegen des ehemals niedrigen Preises und der Liefervorteile dürften viele Kunden angesprochen worden sein. Wie sich die Preiserhöhung um 20 Euro für Prime nun auf den Wettbewerb auswirkt, ist unklar.

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