Eine Maschine der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin | Bildquelle: AFP

Air-Berlin-Verkauf Entscheidung erst nach der Wahl

Stand: 15.09.2017 02:14 Uhr

Am 25. September soll sich entscheiden, welcher Investor den Zuschlag für die insolvente Fluggesellschaft Air Berlin bekommt. Bislang war ein früherer Termin im Gespräch gewesen. Kaufinteressenten haben nur noch heute die Chance, ihre Angebote abzugeben.

Die Zukunft von Air Berlin entscheidet sich voraussichtlich am 25. September. An diesem Tag soll bekannt gegeben werden, wer den Zuschlag für die insolvente Fluggesellschaft bekommen soll. Möglich ist ein Verkauf an einen oder an mehrere Bieter. Bislang waren Experten von einer vier Tage früheren Entscheidung ausgegangen. "Der Plan ist, am 25. September die endgültigen Entscheidungen zu treffen", bestätigte ein Konzernsprecher jetzt einen Bericht des "Tagesspiegels".  

Damit bleibt die Frage nach der Zukunft von Air Berlin bis nach der Bundestagswahl am 24. September offen. Der Verkauf gilt als politisch heikel – unter anderem, weil die Fluggesellschaft seit ihrer Insolvenz Mitte August nur noch mit einem umstrittenen Staatskredit über 150 Millionen Euro weiterfliegen kann. Regierungsmitglieder wie Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) und Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hatten sich dafür ausgesprochen, dass die Lufthansa große Teile von Air Berlin übernehmen soll.

Angebote bis Freitag vorlegen

Interessenten für einen Kauf von Air Berlin müssen ihre Angebote bis zu diesem Freitag vorlegen. Bislang zählen neben der Lufthansa auch die britische Easyjet und der Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl zum Kreis der Bewerber. Auch der frühere Formel-1-Weltmeister Niki Lauda will zusammen mit dem Reisekonzern Thomas Cook und dessen Tochter Condor Teile von Air Berlin übernehmen. "Wir bieten um die 100 Millionen", sagte Lauda dem österreichischen Rundfunk ORF.

Der frühere Energiemanager Utz Claassen habe derweil ein 17-seitiges "Angebot zur Komplettübernahme und expansiven Sanierung der Air Berlin" vorgelegt, berichtet das "Handelsblatt". Demnach biete der Manager ebenfalls einen Kaufpreis von 100 Millionen Euro. Claassen verspreche außerdem die Übernahme der gesamten Belegschaft "unter der Voraussetzung angemessener wettbewerbsgerechter Vergütungsstrukturen".

ver.di: klare Absage an "Rosinenpickerei"

Die Gewerkschaft ver.di befürchtet dagegen, dass sich Investoren gezielt einen Teil der Belegschaft heraussuchen und zu schlechteren Konditionen neu einstellen könnten. "Wir erteilen dieser Rosinenpickerei eine klare Absage und fordern die vertragliche Übernahme von Personal zu guten Bedingungen", sagte ver.di-Bundesvorstand Christine Behle. Viele Beschäftigte aus den Bereichen Technik, Verwaltung und Kabine hätten Angst, ihren Job zu verlieren.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 14. September 2017 um 20:00 Uhr.

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