Klima

USA isoliert Auch Syrien tritt Klimavertrag bei

Stand: 07.11.2017 16:35 Uhr

Als letztes UN-Land will nun offenbar auch Syrien dem Pariser Klimaabkommen beitreten. Die USA, deren Präsident Trump Anfang Juni den Austritt angekündigt hatte, wären damit als einziger Vertragsgegner völlig isoliert.

Auch das Bürgerkriegsland Syrien will dem Weltklima-Abkommen von Paris beitreten. Syrien habe sein Einlenken bei der Klimakonferenz in Bonn in einer Arbeitsgruppe angekündigt, berichteten Konferenzteilnehmer übereinstimmend. Das UN-Klimasekretariat konnte die Entscheidung noch nicht offiziell bestätigen.

Damit wären die USA der einzige Staat, der nicht hinter dem Abkommen steht. US-Präsident Donald Trump hatte Anfang Juni den Ausstieg seines Landes aus dem Vertrag angekündigt, dies wird aber erst 2020 wirksam.

"Es ist höchst erfreulich, dass Syrien soeben angekündigt hat, dem Pariser Klimaabkommen beitreten zu wollen", sagte Sabine Minninger, Klimareferentin von "Brot für die Welt". Angesichts des "verheerenden Klimawandels" zeige die Welt Einigkeit.

Auch Nicaragua hatte kürzlich erklärt, das Pariser Abkommen nun doch akzeptieren zu wollen. Zusammen mit Syrien war es das letzte Land gewesen, das sich noch gegen den Klimapakt gestellt hatte.

Selbstverpflichtung zur Minderung des CO2-Ausstoßes

US-Klimaschutzgruppen machten in Bonn allerdings auch deutlich, dass lange nicht alle Amerikaner hinter Trumps Entscheidung stünden. "Von monströsen Stürmen über Waldbrände bis zu tödlichen Hitzewellen im amerikanischen Westen hat 2017 gezeigt, welche Bedrohung vom Klimawandel ausgeht", sagte Dyanna Jaye vom Zusammenschluss "U.S. People's Delegation". Trump und seine Regierung könnten nicht beanspruchen, das amerikanische Volk bei der Klimakonferenz zu repräsentieren. 

Das Pariser Klimaabkommen von 2015 schreibt als Ziel fest, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen - wenn möglich, sogar auf 1,5 Grad. Die Staaten sind zu diesem Zweck freiwillige Selbstverpflichtungen zur Minderung des CO2-Ausstoßes eingegangen, die in den kommenden Jahren verschärft werden sollen.

In Bonn soll bis zum 17. November unter anderem über die Transparenzregeln und Berichtspflichten der Vertragsstaaten beraten werden. An dem Gipfel nehmen rund 25.000 Delegierte aus mehr als 190 Ländern teil.

Syrien will als letztes Land der Welt Paris-Abkommen beitreten
Werner Eckert, SWR
08.11.2017 07:30 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 07. November 2017 um 15:00 Uhr.

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