Tom Wolfe | Bildquelle: AP

Trauer um Schriftsteller Tom Wolfe ist tot

Stand: 15.05.2018 17:45 Uhr

Revolutionär des Journalismus, großer Romancier und grandioser Selbstdarsteller: Der US-Schriftsteller Tom Wolfe ist tot. Er starb im Alter von 88 Jahren. Zu seinen bekanntesten Werken zählt "Fegefeuer der Eitelkeiten".

Der amerikanische Bestseller-Autor Tom Wolfe ist im Alter von 88 Jahren gestorben. Der Schriftsteller starb am Montag in einem Krankenhaus in Manhattan, wie seine Agentin der Deutschen Presse-Agentur bestätigte.

Wolfe wird unter anderem zusammen mit Truman Capote als Gründer des "New Journalism" gezählt, eines Reportagestils, der literarische Elemente in nichtfiktionalen Texten einwebt. Sein Markenzeichen bis ins hohe Alter: ein cremefarbener Anzug.

Tom Wolfe | Bildquelle: picture-alliance / dpa
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Bis ins hohe Alter verkaufte Tom Wolfe millionenfach Bücher.

Massentaugliche Werke

Seinen größten Erfolg schrieb er mit dem Roman "Fegefeuer der Eitelkeiten". Das Werk über die Geldgier von Wall-Street-Bankern und Kredithaien erschien Mitte der 1980er-Jahre zunächst als Fortsetzungsroman in der Zeitschrift "Rolling Stone", wurde dann als Roman ein Welterfolg und mit Tom Hanks, Melanie Griffith und Bruce Willis verfilmt. Später folgten Erfolge wie "Ein ganzer Kerl" und "Ich bin Charlotte Simmons" sowie zahlreiche Reportagen und Essays.

Wolfe galt als Gesellschafts- und Zeitdiagnostiker, der für jedes Jahrzehnt das passende literarische Sittengemälde lieferte. Aber der Autor galt auch als Selbstdarsteller, als "Amerikas größter Satz-für-Satz-Angeber" ("Guardian"), der genüsslich die Schwächen anderer Menschen beschrieb.

Wolfe leugnete das nie. "Wenn die meisten Schriftsteller ehrlich mit sich selbst wären, gäben sie zu, dass sie nur das erreichen wollen: Vorher nahm sie niemand wahr, jetzt schon."

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 15. Mai 2018 um 18:30 Uhr.

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