Sam Shepard | Bildquelle: AP

US-Schauspieler und Dramatiker Sam Shepard ist tot

Stand: 31.07.2017 19:44 Uhr

Als draufgängerischer Testpilot in "Der Stoff aus dem die Helden sind" machte er Hollywood-Karriere und begeisterte in Werken wie Schlöndorffs "Homo Faber". Aber auch als Dramatiker war Shepard erfolgreich. Nun ist er im Alter von 73 Jahren gestorben.

Der US-Schauspieler und Dramatiker Sam Shepard ist tot. Shepard sei bereits vergangenen Donnerstag im Alter von 73 Jahren in seinem Haus in Kentucky an den Folgen einer Krankheit gestorben, teilte seine Familie mit. Der Künstler litt den Angaben zufolge an Amyotropher Lateralsklerose (ALS) bzw. Lou-Gehrig-Krankheit. Diese Erkrankung des motorischen Nervensystem wurde der breiten Öffentlichkeit vor einigen Jahren wegen der "Ice-Bucket-Challenge" bekannt.

Der 1943 im Bundesstaat Illinois als Samuel Shepard Rogers geborene Sohn einer Lehrerin und eines Armeeoffiziers machte schon auf der Highschool in Kalifornien erste Erfahrungen mit der Schauspielerei und dem Schreiben von Theaterstücken. Er studierte jedoch zunächst ein Jahr lang Landwirtschaft, bevor er sich einem Tournee-Theater anschloss.

Shepards Karriere erstreckt sich über fünf Jahrzehnte. Als Charakterdarsteller machte er sich in Filmen einen Namen. Einer seiner großen Erfolge war die Rolle des Testpiloten Chuck Yeager in "Der Stoff aus dem die Helden sind" (1983), worin die Geschichte der amerikanischen Luft- und Raumfahrt bis zum Beginn der Eroberung des Weltraums erzählt wird. Shepard erhielt dafür eine Oscar-Nominierung als bester Nebendarsteller.

Sam Shepard in einer Szene in ''Homo Faber'' | Bildquelle: picture alliance / Everett Colle
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Sam Shepard in Volker Schlöndorffs ''Homo Faber''

Zu weiteren bekannten Auftritten Shepards gehören die Filme "Magnolien aus Stahl", "Black Hawk Down" und "Wie ein einziger Tag". In Volker Schlöndorffs Verfilmung von Max Frischs "Homo Faber" spielte Shepard 1991 die Titelrolle. Seine letzten Auftritte hatte der Schauspieler in dem Spielfilm "Midnight Special" (2016) und der TV-Serie "Bloodline".

Erfolge auch als Dramatiker und Drehbuchautor

Shepard reüssierte aber auch als Autor von Theaterstücken und Drehbüchern. Der Wim-Wenders-Film "Paris, Texas", dessen Drehbuch auf einer Vorlage von Shepard beruht, wurde 1984 in Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnet.

Shepard verfasste mehr als 40 Bühnenstücke sowie mehrere Bücher und Kurzgeschichten. Für das Drama "Vergrabenes Kind" erhielt er 1979 einen der begehrten Pulitzer-Preise. Seine Theaterstücke waren für ihre düstere Stimmung bekannt, in der er surrealistische Elemente mit schwarzem Humor verknüpfte und Figuren am Rande der amerikanischen Gesellschaft beschrieb.

Shepards 1969 geschlossene erste Ehe mit O-Lan Johnson Dark, aus der ein Sohn hervorging, wurde geschieden. Anschließend war Shepard 30 Jahre lang mit der Schauspielerin Jessica Lange zusammen, mit der er zwei Kinder hat. 2009 trennte sich das Paar. Shepard war auch mit der Sängerin Patti Smith liiert gewesen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 01. August 2017 um 02:22 Uhr.

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