Jan Böhmermann | Bildquelle: dpa

Würdigung Wieder ein Grimme-Preis für Böhmermann

Stand: 08.03.2017 11:38 Uhr

Der Satiriker Jan Böhmermann wird erneut mit dem Grimme-Preis geehrt. Gleich zwei Auszeichnungen räumt die ARD-Trilogie "Mitten in Deutschland: NSU" ab. Zudem hielt die Jury insbesondere Fernsehbeiträge zu Flucht und Migration für preiswürdig.

Grimme-Preis
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Begehrte Trophäe: Die Auszeichnung des Grimme-Instituts gilt als wichtigster deutscher Fernsehpreis.

Zum zweiten Mal in Folge bekommt Jan Böhmermann einen Grimme-Preis. In diesem Jahr werden der Satiriker und sein Team für die Beiträge #verafake und "Einspielerschleife" im ZDF "Neo Magazin Royale" mit einem Spezialpreis in der Kategorie Unterhaltung geehrt, wie das Grimme-Institut in Essen mitteilte.

Bereits im vergangenen Jahr hatte Böhmermann beim wichtigsten deutschen Fernsehpreis zwei Auszeichnungen erhalten. Wegen des Wirbels um sein Schmähgedicht auf den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan war er aber nicht zur Preisverleihung erschienen.

Beeindruckende Bandbreite des Fernsehens

Insgesamt wurden 15 Preise vergeben, darunter zwei Spezialpreise sowie eine Auszeichnung für eine besondere journalistische Leistung. Sie zeigten "auf beeindruckende Weise, in welcher Bandbreite es dem Medium Fernsehen gelingen kann, komplexe Sachverhalte, politische Verstrickungen, die Logik von Krieg und Terror oder auch die Manipulationen in gesellschaftlichen oder privaten Zusammenhängen auf ganz unterschiedliche Art und Weise in bewegte Bilder, packende Dramaturgien und anrührende Geschichten zu übersetzen", erklärte die Grimme-Direktorin Frauke Gerlach.

NSU-Trilogie zweifach ausgezeichnet

Szene aus der Doku "Mitten in Deutschland: NSU - Die Täter"
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Wie entsteht Rassismus?, lautet eine der Fragen, der die Trilogie "Mitten in Deutschland: NSU" nachgeht.

Gleich zwei Auszeichnungen gibt es für die Trilogie "Mitten in Deutschland: NSU" (ARD) über die Mordserie der rechtsextremen Terrorgruppe.

Der Preis für die "besondere journalistische Leistung" in der Kategorie Information und Kultur geht an den Journalisten und Dokumentarfilmer Ashwin Raman für seine Produktionen "Im Nebel des Krieges - An den Frontlinien zum Islamischen Staat" (ARD/SWR) und "An vorderster Front" (ZDF).

Fokus: Flucht und Migration

Zwei preiswürdige Produktionen drehen sich um die Themen Flucht und Migration. Der NDR-Film "45 Min: Protokoll einer Abschiebung", der eine Abschiebeaktion in Norddeutschland dokumentiert, wird in der Kategorie Information und Kultur ausgezeichnet. Einen Preis im Wettbewerb Kinder und Jugend erhält "Nordstadtkinder: Lutwi" (WDR) über einen zwölfjährigen Roma, der mit seiner Familie in Dortmund lebt und von Abschiebung bedroht ist.

Der undotierte Preis wird in diesem Jahr zum 53. Mal vergeben und gilt als wichtigster deutscher Fernsehpreis. Die Auszeichnungen werden am 31. März im Theater der Stadt Marl verliehen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 08. März 2017 um 12:00 Uhr.

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