Das Film-Team von "Synonymes" bei der Berlinale | Bildquelle: REUTERS

Filmfest Berlinale Goldener Bär für "Synonymes"

Stand: 16.02.2019 20:36 Uhr

Das Drama "Synonymes" des israelischen Regisseurs Nadav Lapid hat den Goldenen Bären der 69. Berlinale gewonnen. Das gab die Jury in Berlin bekannt. Es ist das erste Mal, dass ein Regisseur aus Israel den Preis gewinnt.

Nadav Lapid ist für seinen Film "Synonymes" mit dem Goldenen Bären der 69. Berlinale geehrt worden. Diese Entscheidung gab die Internationale Jury unter Leitung der französischen Schauspielerin und Oscar-Preisträgerin Juliette Binoche bei der Gala im Berlinale-Palast am Potsdamer Platz bekannt.

Der Film erzählt die Geschichte eines jungen Israelis in Paris. In dem Streifen will der junge Yoav (Tom Mercier) aus Tel Aviv seine Vergangenheit hinter sich lassen. Er zieht nach Paris und lernt Französisch, weil er kein Hebräisch mehr sprechen will. Die Geschichte ist angelehnt an Nadav Lapids eigene Biografie. Es ist das erste Mal, dass ein Regisseur aus Israel den Goldenen Bären gewinnt.

Deutsche Regisseurinnen geehrt

Auch deutsche Kandidaten waren bei den 69. Internationalen Filmfestspielen erfolgreich. So ging der Silberne Bär für die beste Regie an Angela Schanelec. Die 57-Jährige erzählt in "Ich war zuhause, aber" davon, wie eine Mutter mit dem Tod ihres Partners umgeht. Es ist aber auch ein Film über die Kunst an sich.

Das Drama "Systemsprenger" der deutschen Regisseurin Nora Fingscheidt bekam den Alfred-Bauer-Preis. Damit wird ein Spielfilm geehrt, der "neue Perspektiven eröffnet". Der Film handelt von einem gewalttätigen Mädchen, das von einer Unterbringung in die nächste geschoben wird und das Jugendhilfesystem an seine Grenzen bringt.

Den Großen Preis der Jury holte am Samstagabend der französische Regisseur François Ozon mit "Gelobt sei Gott" über Missbrauch in der katholischen Kirche. Als beste Darsteller wurden die Chinesen Yong Mei und Wang Jingchun ausgezeichnet: Sie spielen in "So Long, My Son" ein Ehepaar, dessen Schicksal über 30 Jahre hinweg begleitet wird.

Nora Fingscheidt, Regisseurin von "Systemsprenger" | Bildquelle: dpa
galerie

Nora Fingscheidt, Regisseurin von "Systemsprenger", freute sich über eine Auszeichnung.

Abschied von Kosslick

Das Berlinale-Publikum verabschiedete zudem den scheidenden Direktor Dieter Kosslick. Kulturstaatsministerin Monika Grütters würdigte ihn als "wahren Filmhelden". Kosslick habe mit "couragierter Standhaftigkeit der Freiheit der Kunst eine Bühne und verfolgten Künstlerinnen und Künstlern eine Kinoleinwand geboten". Der 70-Jährige zeigte sich sichtlich gerührt.

Die Berlinale gehört neben Cannes und Venedig zu den wichtigsten Filmfestivals der Welt. Kosslick hat die Internationalen Filmfestspiele Berlin 18 Jahre lang geprägt. Seine Nachfolger sind Carlo Chatrian und Mariette Rissenbeek, die als Doppelspitze die Leitung übernehmen.

Mehr Informationen:

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 16. Februar 2019 um 21:00 Uhr.

Darstellung: