Arnulf Baring (Archivbild) | Bildquelle: dpa

Trauer um Publizisten Arnulf Baring mit 86 Jahren gestorben

Stand: 02.03.2019 22:15 Uhr

Arnulf Baring ist tot. Der Jurist, Historiker und Publizist starb im Alter von 86 Jahren. Er veröffentlichte zahlreiche Schriften zu politischen und zeitgeschichtlichen Themen. Baring vertrat dabei teilweise kontroverse Thesen.

Der Historiker, Jurist und Publizist Arnulf Baring ist tot. Der 86-Jährige sei im Kreise seiner Familie in Berlin gestorben, sagte seine Ehefrau Gabriele.

Zunächst studierte Baring Rechtswissenschaften, später lehrte er über Jahrzehnte als Politikwissenschaftler und Historiker an der Freien Universität Berlin, wo er diverse Lehrstühle innehatte.

Zahlreiche Schriften veröffentlicht

Baring veröffentlichte zahlreiche Schriften zu politischen und zeitgeschichtlichen Themen, darunter "Außenpolitik in Adenauers Kanzlerdemokratie" und "Deutschland, was nun?". Seine Werke "Im Anfang war Adenauer" (1969) und "Machtwechsel: Die Ära Brandt-Scheel" (1982) wurden als gründliche Analysen gelobt.

Baring löste mit seinen Thesen, Essays und Talkshow-Auftritten immer wieder Diskussionen aus. So verteidigte er 2010 das umstrittene Buch des Ex-Bundesbankvorstands Thilo Sarrazin "Deutschland schafft sich ab". 2002 kritisierte er das "erstarrte Parteiensystem" und rief in einem Zeitungsartikel zum Steuerboykott auf.

1983 wurde er trotz langjähriger Mitgliedschaft aus der SPD ausgeschlossen, weil er im Wahlkampf den FDP-Politiker Hans-Dietrich Genscher unterstützt hatte.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 03. März 2019 um 01:00 Uhr.

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