Hausarzt beim Blutdruck messen | Bildquelle: ARD aktuell

Gesetzliche Krankenversicherung Zusatzbeiträge sollen sinken

Stand: 26.10.2017 11:42 Uhr

Gesundheitsminister Gröhe hat den durchschnittlichen Zusatzbeitrag der gesetzlichen Krankenversicherung gesenkt. Er soll 2018 mit 1,0 Prozent etwas niedriger liegen als bisher. Den konkreten Satz legt jede Kasse jedoch selbst fest.

Im kommenden Jahr wird der Durchschnittssatz für Zusatzbeiträge der gesetzlichen Krankenkassen niedriger ausfallen als derzeit. Bundesgesundheitsminister Herrmann Gröhe senkte ihn auf Empfehlung des Schätzerkreises im Gesundheitswesen auf 1,0 Prozent - 0,1 Prozentpunkte weniger als 2017.

"Die gute Finanzlage der gesetzlichen Krankenkassen zeigt, dass wir die notwendigen Verbesserungen für die Patienten in den letzten Jahren mit Augenmaß vorgenommen haben", sagte Gröhe in Berlin. Die Kassen hätten nun "gute Spielräume" für ihre Leistungen.

Im Schätzerkreis hatten sich die Krankenkassen dafür ausgesprochen, die derzeitige Höhe des Zusatzbeitrags von 1,1 Prozent für 2018 beizubehalten. Wie viel ihre Mitglieder an Zusatzbeiträgen zahlen müssen, legen die Kassen ohnehin selbst fest. Die individuellen Beitragssätze für 2017 variieren von 0,3 bis 1,7 Prozent.

Orientierungswert für den Etat der Krankenkassen

Dennoch ist der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz ein wichtiger Richtwert für die Haushaltsplanung der Krankenkassen. Auch den gesetzlich Versicherten erleichtert er den Vergleich, welche Kassen besonders günstige und besonders hohe Beitragssätze verlangen.

Der vom Gesundheitsministerium ausgegebene Durchschnittssatz für Zusatzbeiträge errechnet sich aus der Differenz zwischen den Einnahmen und Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung, die der Schätzerkreis für das kommende Jahr prognostiziert. Für 2018 geht das Gremium aus Fachleuten des Bundesgesundheitsministeriums, des Bundesversicherungsamtes und der gesetzlichen Krankenversicherung von 222,24 Milliarden Euro Einnahmen und Ausgaben von 236,15 Milliarden Euro aus. In der Berechnung nicht berücksichtigt werden die finanziellen Reserven der Krankenkassen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 26. Oktober 2017 um 11:45 Uhr.

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