Merkel und ihre Gäste Lagarde, Maxima der Niederlande und Ivanka Trump | Bildquelle: dpa

"Women20 Summit" Illustre Runde für ein wichtiges Thema

Stand: 25.04.2017 16:07 Uhr

Vier Frauen mit Einfluss: In Berlin diskutierten Kanzlerin Merkel, IWF-Chefin Lagarde, Königin Maxima und Trump-Tochter Ivanka über Gleichberechtigung und Lohngefälle. Trump verteidigte das Frauenbild ihres Vaters, Merkel kam beim Thema Feminismus ins Stottern.

Es sind einflussreiche Frauen, die sich in Berlin zum "Women20"-Treffen zusammengefunden haben: Bundeskanzlerin Angela Merkel, IWF-Chefin Christine Lagarde, die niederländische Königin Maxima und US-Präsidententochter Ivanka Trump. Gemeinsam diskutierte die Runde über Möglichkeiten, die Chancen für Frauen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern. Die Rechnung sei einfach, so Lagarde: Gleichberechtigung sorge für mehr Wachstum und mehr Arbeitsplätze, die Wirtschaft würde differenzierter gestaltet und der Handel gestärkt. Zudem würde Diskriminierung eingedämmt, was wiederum der Wirtschaft zugute käme.

Ivanka Trump, Christine Lagarde und Angela Merkel | Bildquelle: AFP
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Es gab auch heitere Momente trotz schwieriger Themen: Ivanka Trump, Christine Lagarde und Angela Merkel auf dem Podium.

Lagarde setzte sich in diesem Zusammenhang auch für Lohngleichheit ein - ein Thema, über das auch in Deutschland lange gestritten wurde. Erst im März hatte der Bundestag ein Gesetz für mehr Lohngerechtigkeit zwischen Männern und Frauen verabschiedet. Firmen sollten ihre Daten über die Bezahlung von Frauen offenlegen, forderte Lagarde. Die Vizechefin der Bank of America, Anne Finucane, betonte, dass Unternehmen erfolgreicher seien, in denen es gleiche Bezahlung von Männern und Frauen gebe.

"Women20-Summit": Weltwirtschaft aus Frauensicht
tagesschau 16:00 Uhr, 25.04.2017, Justus Kliss, RBB

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Merkel strebt internationalen Fonds für Frauenförderung an

Merkel regte zur besseren Förderung von Frauen in Entwicklungsländern einen etwa von Deutschland, den USA, Kanada und den Niederlanden gefüllten Kapitalstock an. Dieser könnte bei der Weltbank angesiedelt und weiter aufgestockt werden. Der Zugang von Frauen zu finanziellen Möglichkeiten müsse verbessert werden, forderte Merkel. "Das wollen wir in den politischen Prozess einspeisen." Frauen in Entwicklungsländern müssten mehr Kleinkredite bekommen. Frauen könnten besser und lebensnäher wirtschaften.

Feminismus-Frage bringt Merkel ins Stottern

Etwas aus dem Konzept kam Merkel, als sie mit der Frage konfrontiert wurde, ob sie eine Feministin sei. Sie setzte zu einer Antwort an, verstummte dann aber zunächst. Dann erklärte sie, zwischen ihr und Feministinnen gebe es "Gemeinsamkeiten und Unterschiede", sagte sie. Feministinnen wie Alice Schwarzer hätten in der Vergangenheit "schwere Kämpfe" ausgefochten, sagte die Kanzlerin. Da wolle sie nun nicht einfach herkommen und behaupten, sie sei Feministin. "Ich will mich nicht mit fremden Federn schmücken", sagte Merkel. Mit nach Hause von der Veranstaltung nehme sie nun "den Zwang darüber nachzudenken, ob ich Feministin bin oder nicht".

Ivanka Trump, Christine Lagarde und Angela Merkel | Bildquelle: dpa
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Ist Merkel eine Feministin? Trump und Lagarde baten zur Abstimmung.

Ivanka Trump verteidigt ihren Vater

Besondere Aufmerksamkeit wurde Trump-Tochter Ivanka zuteil. Die First Daughter bezeichnete ihre derzeitige politische Rolle noch als klein und sich selber als Neuling: "Ich bin noch ganz am Anfang. Ich höre zu, ich lerne viel."

Sie verteidigte ihren Vater Donald Trump gegen Kritik, die er sich mit früheren abschätzigen Kommentaren über Frauen eingehandelt hatte. Aus eigener Erfahrung wisse sie, dass ihr Vater eine positive Haltung gegenüber Frauen habe und auch ihre Rolle in der Arbeitswelt schätze. Auch sie selbst sei ohne jede Hürde aufgewachsen, sagte die Tochter des Milliardärs Trump. "Ich konnte alles erreichen, was ich erreichen wollte. Ich konnte den Weg gehen, den ich gehen wollte." Ihr Vater habe ihr alles ermöglicht. "Es gab keinen Unterschied zwischen mir und meinen Brüdern."

Ivanka Trump @IvankaTrump
Such a warm welcome from some of the great men, women and families serving at the U.S. Embassy in Berlin. Thank you! https://t.co/jbpV8XBnXg

Keine "direkte Einladung" der Kanzlerin

Das Weiße Haus hatte im Vorfeld mitgeteilt, dass Ivanka Trump auf "direkte Einladung" der Kanzlerin nach Berlin reise. Vize-Regierungssprecher Georg Streiter stellte klar, dass Trump auf Einladung des Verbands deutscher Unternehmerinnen komme - dass diese Einladung aber auf einen "Wink" der Bundesregierung erfolgt sei.

Die Idee zu Ivanka Trumps Visite entstand bei Merkels Washington-Besuch im März. Dort hatte die Kanzlerin erstmals die Tochter des Präsidenten getroffen, der großer Einfluss auf die Politik im Weißen Haus nachgesagt wird. Präsident Trump ernannte die 35-Jährige kürzlich offiziell zu seiner Beraterin, sie hat ein eigenes Büro im Weißen Haus. Auch ihr Mann Jared Kushner wirkt als Präsidentenberater im Weißen Haus.

Tina Hassel @TinaHassel
Super Frage an Ivanka #Trump auf Podium mit #Merkel: wen vertreten Sie? Ihren Vater? Ihr Unternehmen? Die #USA? Antwort ausweichend

"Women20" ist Teil des Dialogprozesses der G20 - der Runde der führenden Industrie- und Schwellenländer. Das W20-Format bringt regelmäßig Vertreterinnen von Wirtschaft, Verbänden und Politik zusammen. Sie beraten darüber, wie die wirtschaftliche Lage von Frauen und ihre Stellung am Arbeitsmarkt verbessert werden kann und wie ihnen Wege ins Unternehmertum eröffnet werden können. Deutschland hat in diesem Jahr die G20-Präsidentschaft inne und richtet im Sommer den G20-Gipfel aus.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 25. April 2017 um 16:00 Uhr.

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