Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki steht im Kölner Dom neben der großen Glocke "Dicker Pitter". | Bildquelle: dpa

Projekt des Erzbistums Köln Glockenschläge für tote Flüchtlinge

Stand: 19.06.2015 09:25 Uhr

Mit einer spektakulären Aktion will das Erzbistum Köln auf das Schicksal von Flüchtlingen im Mittelmeer aufmerksam machen: 23.000 Mal sollen die Glocken läuten - und zwar für jeden Migranten, der auf Flucht umgekommen ist.

Das Erzbistum Köln erinnert am Abend mit 23.000 Glockenschlägen an die im Mittelmeer gestorbenen Flüchtlinge. In 230 Kirchen sollen die Totenglocken 100 Mal läuten. "Wir wollen daran erinnern, dass im Mittelmeer seit dem Jahr 2000 insgesamt 23.000 Menschen ihr Leben verloren haben auf der Flucht vor Terror, vor Krieg und Gewalt, vor wirtschaftlicher Not", sagte der Kölner Erzbischof Rainer Maria Woelki im ARD-Morgenmagazin.

Olaf Bock, WDR, im Gespräch mit Kardinal Woelki
ARD-Morgenmagazin, 19.06.2015

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Diese Menschen dürften nicht in Vergessenheit geraten. "Und es soll zugleich eine Mahnung an uns sein, diesen Menschen hier Aufnahme und ein Willkommen zu geben", so Woelki.

Auch Kirchen außerhalb Kölns beteiligen sich

In Köln soll die größte Glocke des Doms, der "Dicke Pitter", läuten. Er wird nur zu besonderen Anlässen geschlagen: An hohen kirchlichen Feiertagen, zum Tod oder zur Wahl eines Papstes oder des Kölner Erzbischofs. Auch zahlreiche Kirchen außerhalb des Erzbistums Köln wollen sich beteiligen.

Woelki erinnerte daran, dass nach Kriegsende acht Millionen Flüchtlinge in Deutschland Unterkunft gefunden hatten. "Gegenwärtig reden wir von 300.000. Damals, nach dem Krieg in einer sehr viel schwierigeren Situation, haben wir das geschafft. Heute, nach der Wiedervereinigung und in dem viel reicheren Deutschland, sollten wir so etwas nicht bewältigen können?"

Die Kirche werde auch selbst aktiv, betonte Woelki. So habe allein das Erzbistum Köln für die Flüchtlingsarbeit insgesamt 12 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Erzbischof Woelki zur Aufnahme von Flüchtlingen
D. Riemer, ARD Berlin
19.06.2015 11:40 Uhr

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