Reisende in dem liegen gebliebenen IC | Bildquelle: dpa

Bei Emden blockierter IC muss erneut stoppen Blitzeis + Weichenstörung = ein Tag Verspätung

Stand: 04.01.2016 13:34 Uhr

Über Nacht saßen Hunderte Menschen in einem Zug in Ostfriesland fest, weil die Oberleitungen vereist waren. Mit 22 Stunden Verspätung konnte der Zug seine Reise am Vormittag fortsetzen. Weit kam er allerdings nicht. Das Problem nun: eine Weiche.

Der von Blitzeis über Nacht in Norddeich blockierte Intercity ist am Vormittag zunächst Richtung Köln gestartet, musste dann aber erneut einen nicht vorgesehenen Zwischenstopp einlegen. Wegen einer Weichenstörung konnte der Zug in Emden zunächst nicht weiterfahren. Die Weiche wurde nach Angaben der Bahn aber rasch repariert.

"In Russland fahren die Züge ja auch"

Dennoch schlug die weitere Zwangspause auf die Stimmung im Zug: "Hier ist es spiegelglatt. Aber in Russland fahren die Züge ja auch. Warum das bei der Bahn nicht klappt, ist mir ein Rätsel", sagte Maximilian Mühlens, ein Student aus Bonn, der in dem Zug unterwegs war.

Wegen vereister Oberleitungen war der Zug gestern auf offener Strecke in Niedersachsen liegen geblieben. Hunderte Fahrgäste verbrachten die Nacht im Zug und wurden von Helfern mit Getränken und Mahlzeiten versorgt.

Zugverspätungen und Unfälle durch Glatteis
tagesschau 16:00 Uhr, 04.01.2016, Carsten Wagner, NDR

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Viele Unfälle auf spiegelglatten Straßen

Auch die Straßen in Ostfriesland waren teils mit einer Eisschicht überzogen und spiegelglatt. Es gab Hunderte Unfälle. Allein die Polizeidirektion Oldenburg meldete in einer ersten Bilanz 183 Unfälle. Bei 16 davon wurden Menschen verletzt.

Ähnlich wie im Nordwesten Deutschlands ist die Lage auf den Straßen im Süden: In Baden-Württemberg und Bayern behindern Schnee und Eis den Verkehr. Einige Autobahnabschnitte mussten für mehrere Stunden gesperrt werden. Insbesondere auf der A3 und der A9 kam es durch liegengebliebene LKW und Autos zu Behinderungen.

Auch in den kommenden Tagen ist keine grundsätzliche Wetteränderung in Sicht. Deutschland liegt zwischen einem starken Tiefdruckgebiet im Westen über dem Atlantik und einem stabilen Russland-Hoch im Osten. Allmählich dränge die feuchte Atlantikluft die sibirische Kaltfront zurück, sagen Meteorologen voraus. An der Zweiteilung - Frost im Osten Deutschlands und Plusgrade im Westen - werde sich bis Freitag nichts ändern.

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