Rainer Wendt von der Deutschen Polizeigewerkschaft | Bildquelle: dapd

Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft Wendt fordert Grenzzaun zu Österreich

Stand: 18.10.2015 04:38 Uhr

Ein Zaun an der deutsch-österreichischen Grenze? Ginge es nach dem Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, Wendt, wäre das bald Realität. In der "Welt am Sonntag" warnte er, ohne eine massive Sicherung der Grenzen sei die "innere Ordnung" in Gefahr. Kanzlerin Merkel müsse jetzt handeln.

Der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, hat den Bau eines Zauns an der Grenze zu Österreich gefordert. Dieser sei notwendig, wolle man "ernstgemeinte Grenzkontrollen" durchführen, sagte er der "Welt am Sonntag". Er glaube, ein solcher Zaun werden Österreich zu dem gleichen Schritt an der Grenze zu Slowenien veranlassen. Nur dann könne es seiner Ansicht nach die geplanten Transitzonen geben.

An die Adresse von Kanzlerin Angela Merkel sagte Wendt, das Signal "Kommt alle her" dürfe Deutschland nicht mehr länger aussenden. Die innere Ordnung sei in Gefahr, gar "soziale Unruhen" seien zu befürchten. Jemand müsse jetzt "die Notbremse ziehen". Und das könne nur die Kanzlerin.

Neuer Korridor auf Westbalkanroute

Nach der Schließung der ungarisch-kroatischen Grenze waren am Samstag in Slowenien die ersten Busse mit Flüchtlingen aus Kroatien eingetroffen. Kroatien und Slowenien wollen den Transportkorridor aufrechterhalten, solange Österreich und Deutschland die Flüchtlinge aufnehmen. Zur Bewältigung des erwarteten Flüchtlingsandrangs will Slowenien auch auf das Militär zurückgreifen. Die slowenische Regierung segnete den Einsatz von Soldaten ab. Sie sollen an der Grenze zum Nachbarland präsent sein, falls die Zahl der Flüchtlinge zu groß werden sollte oder sich die Fälle von illegalem Grenzübertritt häufen, hieß es.

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